Kfz-Versicherung: Diese Kriterien animieren Kunden zum Wechsel

Martin Thaler Berater Versicherungen

Geiz ist geil? Für wechselwillige Kfz-Versicherungskunden ist der Preis nicht immer das ausschlaggebende Kriterium für einen Vertragswechsel. Was stattdessen im Vordergrund steht und welche Anbieter überzeugen können, zeigt eine neue Untersuchung.

Kfz-Versicherung Bild: Adobe Stock/Peter Atkins

Für viele Kunden ist ein niedrigerer Preis nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium für einen Vertragswechsel. Bild: Adobe Stock/Peter Atkins

Noch sind es einige Monate, bis wieder die „heiße Jahreszeit“ in der Kfz-Versicherung eingeläutet wird. Doch schon jetzt bringen sich erste Versicherer mit neuen oder überarbeiteten Tarifen und Angeboten in Stellung. So wirbt die Gothaer beispielsweise mit finanziellen Anreizen, um Kunden von einem Wechsel ihrer Kfz-Versicherung abzubringen.  

Der neue „Treue-Kasko“ sieht vor – ein schadenfreies Jahr vorausgesetzt –, dass der vereinbarte Selbstbehalt jedes Jahr um 50 Euro gesenkt wird bis er schließlich auf null sinkt. „Wir finden es wichtig, die Treue unserer Kunden zu belohnen“, erklärt Frank Edelmeier, Leiter Komposit Mobilität bei der Gothaer.  

Wechselbereitschaft rückläufig

Bei wie vielen Kunden der Treue-Bonus verfängt, bleibt abzuwarten. Insgesamt ging die Wechsellust der Deutschen im vergangenen Jahr merklich zurück: Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Sirius Campus wechselten im vergangenen Jahr insgesamt 1,9 Millionen Kunden ihren Kfz-Versicherer – das waren 200.000 weniger als noch im Jahr zuvor. Zumal ein Großteil der kündigenden Kunden ihrem Versicherer die Treue hielten und nur einen neuen Vertrag abschlossen.  

Denkbar ist, dass die rückläufige Wechselbereitschaft mit der Corona-Krise zusammenhängt. Da durch die Pandemie auch die persönliche Beratung des Kunden erschwert wurde, könnten Autofahrer in diesem Jahr wieder verstärkt versucht sein, ihren Versicherungsanbieter zu wechseln. Schließlich bieten laut Sirius Campus insbesondere Vermittler die wirksamen Wechsel-Impulse.  

Allerdings ist ein möglichst niedriger Preis für viele dabei gar nicht das entscheidende Kriterium für einen Wechsel. Laut einer weiteren Untersuchung von Sirius Campus verfangen Werbebotschaften um erweiterten Service, Leistungen und Preisstabilität weitaus häufiger bei der wechselbereiten Klientel. „Wie bei den meisten Versicherungsprodukten wünschen sich potentielle Kunden ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Dabei kommt es aber weniger auf konkrete Preise, sondern auf das Gefühl an, unterstützt zu werden. Fairness spielt besonders für das Beziehungsimage eine wichtige Rolle, welches wiederum Einfluss auf die Kaufbereitschaft hat“, erklärt Untersuchungsleiterin Gerden Ibrahim in einer Mitteilung von Sirius Campus.  

Welche Versicherer beim Kunden vorne stehen

Das bedeutet: Stellen Versicherer Aussagen zu einem Pannen- und Abschleppdienst, zur Deckung bei Tierschäden oder zur freien Werkstattauswahl in den Fokus, rücken Sparaussagen für viele Kunden in den Hintergrund – zumindest dann, wenn die aufgerufene Prämienhöhe als fair betrachtet wird.  

Gefragt nach den konkreten Anbietern würden sich die meisten der 754 Befragten für die HUK-Coburg (41 Prozent) entscheiden, gefolgt von der Direktversicherungstochter HUK24 (29 Prozent) , der ADAC Versicherung (28 Prozent) und der Allianz (27 Prozent).  

Laut aktuellem „Branchenmonitor Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig und Sirius Campus gehören die HUK sowie ihre Direktversicherungstocher HUK24 auch zu den Versicherern, die zwischen 2014 und 2019 am stärksten ihren Vertragsbestand – untersucht wurde hier der Vollkasko-Bestand – ausbauen konnten. Während die HUK24 im besagten Zeitraum den Vertragsbestand um 623.424 Stück ausbauen konnte, steigerte die HUK-Coburg ihre Vertragszahl um 1.024.128 Stück.

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