Keine Höchstnoten im Pflegerenten-Tarifvergleich

Florian Burghardt Versicherungen

Pflegerentenversicherungen sind noch kaum verbreitet. Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat die Tarife der größten Anbieter erstmals bewertet. Die Analysten sehen noch viel Luft nach oben – sowohl beim Vertriebspotenzial als auch beim Leistungsniveau.

Das aktuelle Niveau der Pflegerentenversicherungen am Markt ist laut der Analyse von Franke und Bornberg nur Mittelmaß. Bild: Pixabay/mohamed_hassan

Das aktuelle Niveau der Pflegerentenversicherungen am Markt ist laut der Analyse von Franke und Bornberg nur Mittelmaß. Bild: Pixabay/mohamed_hassan

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie man die Kosten dafür am besten auf gesetzliche und private Pflegeversicherungen verteilt. Um die Lücke zu schließen, die nach den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bleibt, haben mittlerweile knapp vier Millionen Menschen Pflegezusatzversicherungen abgeschlossen, die von den privaten Krankenversicherern angeboten werden. Doch auch die Lebensversicherer haben eine Produktlösung parat: die Pflegerente. Dieser Risikoschutz wird bei Pflegebedürftigkeit ausgelöst, für deren Dauer dann der vereinbarte monatliche Rentenbetrag ausbezahlt wird.

Der Pflegerenten-Markt ist im Vergleich zu den Pflegezusatz-Krankenversicherungen noch recht klein. Die Ratingagentur Franke und Bornberg beziffert den Bestand auf rund 244.000 Verträge, die sich überwiegend auf sechs Lebensversicherer verteilen (Allianz, Ideal, Swiss Life, Volkswohl Bund, WWK, Zurich). Ihre Produkte haben die Analysten nun zum ersten Mal in einem eigenen Rating miteinander verglichen.

Untersucht wurden 33 selbstständige Pflegerenten-Tarife, die sich in insgesamt 246 Tarifvarianten auffächern lassen. Während manche Lebensversicherer wie die Swiss Life auf viele verschiedene Tarifkombinationen setzen, führt die Allianz nur einen einzigen zu bewertenden Tarif ins Feld.

So wurde bewertet

Bewertungsgrundlage für alle bildet in dem Rating ein Katalog mit 49 Prüfkriterien. Dieser berücksichtigt auch, ob ein Tarif für Kunden entwickelt wurde, die nur die schwerwiegendsten Leistungsfälle (ab Pflegegrad 4) absichern wollen. Wichtig für eine gute Pflegerente sei aus Sicht der Analysten aber, dass diese neben dem Pflegegrad auch die sogenannten ADL-Kriterien, also die Aktivitäten des täglichen Lebens, zur Ermittlung der Pflegebedürftigkeit heranziehe.

Generell hat Franke und Bornberg die Prüfkriterien möglichst kundenfreundlich angesetzt. Werde die Anzeigepflicht ohne Schuld verletzt, sollten die Bedingungen im Sinne der Versicherten ausgestaltet sein, heißt es. Wenn ein Tarif nicht ganz auf Meldefristen verzichten will, sollten diese zumindest komfortabel ausfallen. Negativ ins Gewicht würden zum Beispiel ein eingeschränkter Geltungsbereich oder unübliche Ausschlüsse fallen. Vermittler sollten bei der Beratung zudem darauf achten, die Möglichkeit von Beitragsstundungen während der Leistungsprüfung sowie Dynamiken zum Inflationsausgleich zu vereinbaren.

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