Infinus-Pleite landet vor dem BGH

Martin Thaler Berater Sachwerte

Die Pleite des Dresdener Finanzdienstleisters Infinus gilt als einer der größten Wirtschaftsskandale der Bundesrepublik. Nun gibt es bald ein weiteres juristisches Kapitel.

Bundesgerichtshof Bild: BGH

Am 29. Oktober will der BGH im Infinus-Fall ein Urteil sprechen. Bild: BGH

Mehr als drei Jahre ist es her, dass das Dresdner Landgericht fünf Manager der früheren Infinus-Gruppe wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie des Kapitalanlagebetrugs zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt hatte. Ein Prokurist der Firma war zudem wegen Beihilfe verurteilt worden. Alle Angeklagten hatten Revision gegen das Urteil eingelegt. Nun gibt es im Herbst ein weiteres Kapitel in der juristischen Aufarbeitung eines der größten Anlegerskandale der Bundesrepublik.  

Ab 11. Oktober will der Bundesgerichtshof nun über die Revisionen der sechs Angeklagten entscheiden. Stattfinden wird das Verfahren im Großen Sitzungssaal des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts. Grund für die Verlagerung des Verfahrens nach Sachsen ist die große Anzahl der Beteiligten.  

Die Richter des Dresdener Landgerichts waren nach mehr als 160 Prozesstagen damals zu der Überzeugung gelangt, dass die Angeklagten ein Schneeballsystem betrieben. Die Angeklagten hätten zwischen den zuletzt 22 Gesellschaften der Infinus-Gruppe Luftgeschäfte abgeschlossen und dabei Gewinne generiert, die es jedoch nur auf dem Papier gegeben hätte. Anlegern, aber auch Vermittlern, sei hingegen eine funktionierendes Geschäftsmodell vorgespielt worden. „Tatsächlich gab es überhaupt kein echtes Geschäft zum Zweck der Renditegewinnung, urteilte damals der vorsitzende Richter Hans Schlüter-Staats.  

Insgesamt 22.000 Anleger gelten als geschädigt. Der Nettoschaden wurde von Seiten des Dresdener Landgerichts auf rund 155 Millionen Euro beziffert. Die Verteidiger der Angeklagten bestreiten die Darstellung der Staatsanwaltschaft. Sie argumentierten, dass das Geschäftsmodell allein durch das Eingreifen der Staatsanwaltschaft ins Kollabieren geraten sei. Mit einem Urteil des Bundesgerichtshofes wird am 29. Oktober dieses Jahres gerechnet.

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