Hochwasser: Wie sich die Assekuranz für den Wiederaufbau engagiert

Detlef Pohl Berater Panorama Versicherungen Top News

Die Schadenabteilungen der Versicherer machen Sonderschichten, um versicherten Flutopfern schnell zu helfen. Gleichzeitig spendet die Assekuranz großzügig. Von einem speziellen Spendenaufruf berichtet Henriette Meissner, bAV-Chefin der Stuttgarter.

Viele Schulen in den Flutgebieten wissen noch nicht, wie sie nach den Ferien den Unterricht gewährleisten sollen. „Spenden direkt über die Fördervereine der Schulen helfen sofort und unmittelbar“, sagt Henriette Meissner. Bild: Pohl

Viele Schulen in den Flutgebieten wissen noch nicht, wie sie nach den Ferien den Unterricht gewährleisten sollen. „Spenden direkt über die Fördervereine der Schulen helfen sofort und unmittelbar“, sagt Henriette Meissner. Bild: Pohl

Einen Monat nach der Flutkatastrophe haben die Versicherer bereits rund 700 Millionen Euro Vorschüsse an ihre Kunden ausgezahlt. „Davon gut 500 Millionen Euro auf Schäden im privaten Bereich wie Wohngebäude, Hausrat und Kraftfahrzeuge“, berichtet GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in einer Zwischenbilanz zu den Schäden, die das Tiefdruckgebiet „Bernd“, mit Starkregen und Hochwasser vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und Sachsen, angerichtet hat.

Der Schaden dürfte sich im Bereich von 5,5 Milliarden Euro bewegen, korrigierte Asmussen die ursprüngliche Schätzung nach oben. Den Menschen müsse schnell geholfen werden. Deshalb hätten die Schadenaufnahme und schnelle Erstzahlungen im Moment Vorrang. „Es wird nicht lange nach Rechnungen und Belegen gesucht, stattdessen gibt es pauschale Vorauszahlungen“, verspricht Asmussen. Die Höhe werde aufgrund des Schadenbilds oder der Schadenschilderung ermittelt.

Versicherer mit zeitnahen Vorschüssen, Hilfsfonds und Spenden

„Die Vorschüsse sind bei größeren Schäden in der Regel deutlich fünfstellig“, sagte Asmussen. Darüber hinaus hätten zahlreiche Versicherer Hilfsfonds für die Betroffenen eingerichtet und böten neben der materiellen Hilfe oft auch psychologische Unterstützung an. Insgesamt rechnet der GDV mit 190.000 Schadenfällen, davon 160.000 im privaten Bereich. „Die zeitnah geleistete hohe Summe an Vorschusszahlungen zeigt die Leistungsfähigkeit privater Versicherungen bei solchen Katastrophen“, so Asmussen.

Die Allianz hat ihre Schadenorganisation in einen Sonderstatus versetzt: Gearbeitet werde in Extraschichten, Allianz-Vertreter erhielten umfangreichere Regulierungsvollmachten und die Kraft-Schadenregulierung sei mithilfe von wenigen Bildern möglich. Gleichzeitig engagieren sich Versicherer und Einrichtungen rund um die Assekuranz über die reine Schadenregulierung hinaus für die Flutopfer. Die Allianz unterstützt Rettungsorganisationen mit einer Sofortspende von mehr als einer Million Euro und hat Mitarbeiter für Hilfsdienste bezahlt freigestellt“, berichtet Vorstandschef Klaus-Peter Röhler.

Axa hat für Privatkunden, die nicht gegen Elementarschäden versichert sind und aus eigener finanzieller Kraft keinen Neuanfang schaffen, einen Hilfsfonds über 10 Millionen Euro aufgelegt. Vertriebspartner informieren vor Ort über die Kriterien der Vergabe. Die Vermittler koordinieren die Aktion in den Regionen, „da sie die individuellen Situationen ihrer Kunden am besten einschätzen können und wissen, was jetzt zu tun ist“, sagt Axa-CEO Alexander Vollert.

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