Haus, Auto & Co.: Wer darf die Police beim Verkauf versicherter Sachen kündigen?

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Versicherungen Top News

Nicht immer kann der Versicherungsschutz gekündigt werden, wenn eine versicherte Sache verkauft wird. Finanztest hat die Regelungen beim Verkauf von Wohnhaus, Auto, Handy und Fahrrad untersucht. Dies ist auch für die Schadenregulierung von Belang.

Wer sein Haus verkauft, muss es dem Käufer überlassen, ob die Versicherung weiterläuft oder nicht. Bild: Pixabay/Alexander Stein

Wer sein Haus verkauft, muss es dem Käufer überlassen, ob die Versicherung weiterläuft oder nicht. Bild: Pixabay/Alexander Stein

„Finanztest" hat die Versicherungsbedingungen von einigen Sachversicherungen auf ihre Kündigungsmöglichkeit bei Verkauf der versicherten Sache untersucht und in der August-Ausgabe publiziert. Die bekanntesten Umstände gibt es in der Auto- und Wohngebäudeversicherung. Doch auch beim Weiterverkauf eines E-Bikes, Handys, Musikinstruments oder Surfbretts kann die Versicherung nicht vom Verkäufer gekündigt werden.

Beispiel Gebäudeversicherung: Hier sei es besonders wichtig, keine Zeiten ohne Versicherungsschutz zu haben, da ein Brand oder ein heftiger Sturm zu existenziell bedrohlichen Kosten führen kann. Die Police ist in den meisten Bundesländern keine Pflichtversicherung. Wird eine versicherte Immobilie verkauft, geht der Versicherungsvertrag auf den neuen Eigentümer über.

Haus verkauft – nur der Käufer kann kündigen

Nur der Käufer hat die Möglichkeit, die Police mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der laufenden Versicherungsperiode kündigen – allerdings erst innerhalb eines Monats nach Eintragung ins Grundbuch. Bis dahin haften Käufer und Verkäufer gemeinsam gesamtschuldnerisch.

David Sahlender, Fachanwalt für Versicherungsrecht in der Kanzlei Wittig Ünalp, empfiehlt, im Kaufvertrag festzuhalten, ob eine Versicherung besteht. Er weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Ein Käufer übernimmt zwar den Versicherungsschutz, kennt möglicherweise aber nicht die Pflichten und Obliegenheiten, die zu dessen Aufrechterhaltung nötig sind.“ Bei leerstehenden Häusern zum Beispiel seien alle Wasserleitungen zu entleeren.

Was beim Verkauf eines Autos gilt

Wer ein Auto gebraucht kauft, übernimmt ebenfalls die Police des Vorbesitzers. Beim Verkauf sollte vertraglich vereinbart werden, dass der Käufer das Auto unverzüglich auf sich ummeldet. Bei der Zulassung muss er eine Versicherungsbestätigung vorlegen. Die Police des Vorbesitzers wird automatisch gekündigt, wenn der Käufer eine neue abgeschlossen hat. Trotzdem muss der Eigentümerwechsel dem Versicherer gemeldet werden.

Wer ein hochwertiges Fahrrad kauft, möchte es oft gegen Diebstahl und Unfälle versichern und sprengt damit den Rahmen des Versicherungsschutzes der Hausratpolice. Auch bei Gebrauchtkäufen geht eine bestehende Versicherung auf den Käufer über, informiert Finanztest. Vorteil: Es gibt keine Phase ohne Versicherungsschutz. Allerdings bieten nicht alle Versicherer eine Fahrradversicherung für gebraucht gekaufte Räder an.

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