Freitag, der 13.: Armageddon für Versicherer?

Hannah Petersohn Versicherungen

Passieren an einem Freitag, den 13. mehr Unglücke als an anderen Tagen? Diese Frage stellten sich Versicherer und kommen zu einem klaren Ergebnis.

Angst in den Augen Foto: Adobe Stock/Jürgen Fälchle

Der Freitag, der 13., gilt im Volksglauben als Unglückstag. Müssen sich Versicherer auf mehr Unglücksfälle einstellen? Foto: Adobe Stock/Jürgen Fälchle

Was haben der Untergang des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia (20212) und das Sturmtief „Egon“ (2017) gemeinsam? Beide Ereignisse haben hohe Schäden verursacht und fallen auf einen Freitag, den 13.

Im deutschen Sprachraum haben die Zahl 13 und der Freitag allein schon historisch bedingt keinen guten Stand. Der hiesige Volksmund kennt die 13 auch als „Dutzend des Teufels“, und der Freitag steht in der christlichen Tradition ohnehin für Leid und Tod (Karfreitag). Die Kombination aus beidem treibt nicht nur abergläubischen Mitbürgern den Schweiß auf die Stirn. German Angst ist immerhin ein international gebräuchlicher Begriff, manche sprechen gar vor einer deutschen Angstkultur.

Und jetzt sagen Sie doch einmal laut: Paraskavedekatriaphobie. So heißt nämlich im Fachjargon die Furcht vor Freitag, den 13. Abgeleitet aus dem Griechischen steht Paraskave für Freitag, Dekatria für die Zahl 13 und Phobie muss man niemandem mehr erklären. Die Paraskavedekatriaphobie wird wohl auch am morgigen Freitag den Alltag vieler Abergläubische beherrschen.

Kaum verwunderlich also, dass gerade Versicherer angesichts des morgigen Tags - eben ein Freitag, der 13. - nervös werden und ihre Experten um Analyse und Einschätzung zur Schadenminimierung bitten. So hat unter anderem die Versicherungsgesellschaft Zurich die eigene Schaden-Statistik speziell unter diesem Aspekt ausgewertet.

Und jetzt dürfen alle Paraskavedekatriaphobiker einmal aufatmen: „Auch wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt, besteht in der statistischen Langzeitbetrachtung kein Anlass zur Sorge“, so die Zurich in einer eigens zum Thema veranlassten Pressemeldung. „Die Zahl der Schadenfälle, die an einem Freitag, den 13. gemeldet wurden, liegen im langjährigen Mittel auf einem ähnlichen Niveau wie an allen anderen Freitagen“, beruhigt Bernd O. Engelien, Sprecher der Zurich Gruppe Deutschland die erhitzten Gemüter. Zudem ging die Zahl der an Freitagen gemeldeten Schäden während der Pandemie noch einmal um fünf Prozent zurück.  „Von einem Schaden-Hoch kann also keine Rede sein“, so Engelien.

Riskanter Wochenanfang

Und auch die Gothaer Versicherung hat den Unglückstag evaluiert und gibt Entwarnung: An beiden Freitagen, die im vergangenen Jahr auf einen 13. fielen, wurden mit 442 Schäden im November und 444 im März eher weniger als mehr Schadenfälle verzeichnet.

Vielmehr sorgen sollten sich Versicherungsnehmer allerdings über den Wochenstart: Montage kamen in den vergangenen Jahren nämlich deutlich schlechter weg. „Mit durchschnittlich 588 Schäden an Montagen 2020 und 706 Schäden im Jahr 2019 sollten sich abergläubische Mitmenschen eher über das Gefahrenpotenzial des traditionell schadenstarken Wochenstarts Gedanken machen“, rät Tobias Eichholz vom Gothaer Schaden-Controlling.

Möglicherweise verleitet der Aberglaube aber die Versicherungsnehmer eher zur Vorsicht, was das geringere Schadenaufkommen erklären würde. Also sollten Versicherer mit ihren Beschwichtigungen vielleicht zurückhaltender sein. Zumal ohnehin, wie sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, Fakten nicht immer gegen Glaubensüberzeugungen helfen.

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