Flutkatastrophe: Versicherte Schäden steigen auf sieben Milliarden Euro

Hannah Petersohn Versicherungen

Die Versicherungen müssen mit wesentlich höheren Schäden - ausgelöst durch das Sturmtief "Bernd" - rechnen als bisher angenommen. Der Spitzenverband der Deutschen Versicherungswirtschaft korrigiert seine Schätzungen nach oben.

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Der GDV schätzt die versicherten Schäden auf über sieben Milliarden Euro. Bisher ging der Verband in seinen Schätzungen von bis zu 5,5 Milliarden aus. Bild: AdobeStock/impressionissa

Der durch die jüngste Hochwasserkatastrophe entstandene versicherte Schaden beläuft sich laut Spitzenverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf über sieben Milliarden Euro. Das teilte GDV-Präsident Jörg Asmussen am Mittwoch mit. Bisher ging der Verband in seinen Schätzungen von bis zu 5,5 Milliarden aus.

Nach den aktuellen Schätzungen entfallen sechseinhalb Milliarden Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe. 450 Millionen Euro müssen für beschädigte Kraftfahrzeuge aufgebracht werden. Versicherer gehen momentan von etwa einer Viertelmillion Schadenfällen aus, wobei 200.000 Häuser, Hausrat und Betriebe betreffen und bis zu 50.000 auf Kraftfahrzeuge entfallen.

Die Schäden liegen laut GDV über denen des sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2003, die damals auf 4,75 Milliarden Euro beziffert worden sind. „Zusammen mit den hohen Hagelschäden im Frühsommer zeichnet sich ab, dass 2021 für die Versicherer eines der teuersten Naturgefahrenjahre überhaupt wird“, sagte Asmussen. Im Herbst wolle der Verband einen Ideenkatalog vorlegen, um eine breitere Abdeckung von Naturgefahren zu fairen Prämien zu erreichen. „Es gilt auch jene zu erreichen, die trotz der jüngsten Flutkatastrophe nicht glauben wollen, dass auch sie von Naturgefahren betroffen sein können“, sagte Asmussen.

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