Flutereignis wird für Provinzial zum Milliardenschaden

Martin Thaler Versicherungen

Immer mehr Schäden erreichen die Provinzial – die Schadenhöhe musste der öffentliche Versicherer darum nun deutlich anpassen. Noch immer ist das volle Ausmaß der Schäden nicht vollkommen absehbar.

Provinzial Bild: Provinzial

Unwettertief Bernd ist für die Provinzial inzwischen zum Milliardenschaden geworden. Bild: Provinzial

Die Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kommen die Provinzial deutlich teurer zu stehen als ursprünglich angenommen. Mittlerweile geht der öffentliche Versicherer von einem Schaden über einer Milliarde Euro aus – 1,023 Milliarden um genau zu sein. Anfang August hatte die Provinzial den Schaden noch mit 761 Millionen beziffert – rund 260 Millionen weniger als heute – und schon damals vom schwersten Schadenereignis in ihrer Firmengeschichte gesprochen.  

36.246 Schäden haben die Kunden ihrem Versicherer mittlerweile gemeldet – Anfang August waren es noch 33.142 gewesen. Und noch immer werden neue Schäden gemeldet. In vielen Fällen sei es aufgrund der Komplexität der Schadenbilder zudem nicht möglich, die genaue Schadenhöhe festzulegen. Die Provinzial hält es darum für möglich, dass Unwettertief „Bernd“ sie letztlich bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten könnte.

Der Großteil der Schäden und gemeldeten Fälle entfällt bislang auf die Hausrat- sowie Wohngebäudeversicherung: Hier meldeten Kunden insgesamt 31.722 Schäden mit einem Schadenaufwand von 987 Millionen Euro an. Die auf die Kfz-Versicherung entfallenden Schäden fallen damit verglichen geradezu glimpflich aus – zu Buche stehe hier bislang 4.524 Schäden mit einem Aufwand von 37 Millionen Euro.  

Diese Regionen traf es besonders hart

Besonders betroffen waren aus Sicht der Provinzial neben dem Ahrtal vor allem die Stadt Hagen sowie die Kreise Aachen, Düren, Euskirchen sowie der Rhein-Erft-Kreis. In Rheinland-Pfalz waren besonders die Eifel und die Stadt Trier betroffen.  

Die Provinzial ist nicht nur einer der Versicherer, der im Hinblick auf seine Kunden die höchsten Schäden zu verzeichnen hat. Er selbst gehört zu den Flutopfern: Über 40 Geschäftsstellen des Versicherers wurden vom Unwetter getroffen und teils schwer verwüstet.  

Andere Versicherer wie die R+V haben ebenfalls ihre Schadenschätzungen zuletzt deutlich angehoben. Insgesamt rechnen die Versicherer mit einem Schaden in Höhe von 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro, wobei letzten Schätzungen zufolge der Schaden eher im oberen Bereich der Skala verortet wird.

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