BVK: So viel/wenig verdienen Versicherungsvermittler

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Bei einer detaillierten Betrachtung zeigt sich, dass trotz der besonderen Umstände des Corona-Jahres jeder zehnte Vermittlerbetrieb einen erheblichen konjunkturellen Aufschwung mit einer Einnahmensteigerung um mehr als zehn Prozent verzeichnen konnte, heißt es in der Studie. Die Gesamteinnahmen der Vermittlerbetriebe stiegen 2020 im Schnitt um 1,1 Prozent, bei Makler am stärksten (+ 2,6 Prozent).

Kostenmanagement kann Regulierungskosten nicht wettmachen

Das wird vorwiegend der beschleunigten Digitalisierung zugeschrieben, aber auch verbessertem Kostenmanagement. So gaben 15 Prozent verringerte Ausgaben an (2019: 8,0 Prozent). Im Mittel seien die Kosten moderat um 1,6 Prozent gestiegen (Makler: 1,5 Prozent), 2019 hatte es noch einen Anstieg von 2,2 gegenüber 2017 gegeben. „Bei weitem nicht alle Betriebe können steigende Kosten durch entsprechende Mehreinnahmen kompensieren“, relativiert Beenken. Als Kostentreiber werde insbesondere die Regulierung des Versicherungsvertriebes genannt.

Eine Analyse des BVK im Oktober 2020 war wie schon 2019 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Die Befragten hatten 2019 im Schnitt 215.000 Euro Umsatz aus Provisionen und Courtagen sowie auf dieser Basis 99.000 Euro Gewinn erwirtschaftet, ermittelte Beenken seinerzeit. Im BVK sind allerdings überwiegend Ausschließlichkeitsvertreter organisiert.

Was Vermittler zum Überleben benötigen

Nach Ansicht des BVK sollte der Gewinn mindestens so hoch sein wie das Jahresgehalt eines Arbeitnehmers mit dem entsprechenden Tätigkeitsprofil. Einzelunternehmer müssten mindestens 50.000 Euro Gewinn vor Steuern erzielen, um die vielfältigen Aufgaben, die Verantwortung und das unternehmerische Risiko des Inhabers eines Vermittlerbetriebes angemessen honoriert zu bekommen.

Beim AfW-Vermittlerbarometer, der jährlichen Online-Branchenumfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, beteiligen sich deutlich mehr Versicherungsmakler und auch Finanzmakler  mit Zulassung nach Paragraf 34f GewO). Die Umfrage 2021 startet erst im Spätherbst.

AfW antworteten überwiegend Makler

Im Jahr 2020 hatte ein Finanzvermittler laut AfW-Umfrage im Schnitt 120.000 Euro Umsatz und 59.850 Euro Gewinn gemacht. Das war eine Steigerung von elf Prozent beim Umsatz gegenüber 2019, wo er bei 108.120 Euro lag, und von 8,8 Prozent beim Gewinn (2019: 55.000 Euro). Nach der AfW-Umfrage machten 56 Prozent der 1.255 befragten Vermittler 2020 unverändert im weniger als 50.000 Euro Gewinn. Nur etwa jeder sechste Vermittler (16,1 Prozent) erreichte über 100.000 Euro (2019: 13,9 Prozent).

Übrigens: 91 Prozent der AfW-Befragten wiesen sich als Versicherungsmakler aus, 62 Prozent besitzen zugleich eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler. Im Jahr 2018 hatten sie im Schnitt 49.970 Euro Gewinn beziehungsweise Überschuss aus den jährlichen Provisionseinnahmen gemeldet, 2017 waren es 47.400 Euro gewesen.

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