bKV: Wachstumsmarkt mit kurzer Stornohaftzeit

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Im PKV-Markt zählt die betriebliche Krankenversicherung zu den Wachstumstreibern, ohne ihr Potenzial schon auszuschöpfen. Warum Budget-Tarife im Kommen sind und wie Makler die bKV für ihr Tagesgeschäft besser erschließen können.

Betriebliche Krankenversicherung rundet den Gesundheitsschutz für Arbeitnehmer kostenlos über die Firma ab. Bild: Pixabay/blickpixel

Betriebliche Krankenversicherung rundet den Gesundheitsschutz für Arbeitnehmer kostenlos über die Firma ab. Bild: Pixabay/blickpixel

Die private Krankenversicherung (PKV) ist 2020 weiter gewachsen, aber zumeist nur bei den gesetzlich Zusatzversicherten auf 27,3 Millionen Verträge (+ 2,4 Prozent) und den betrieblich Krankenversicherten (bKV) auf 1,04 Millionen Beschäftigte (+ 18 Prozent), berichtete der PKV-Verband. Ende 2020 boten 13.500 Unternehmen ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber gezahlte bKV an (+ 29 Prozent).

Nahezu alle Makler wünschen sich, dass die PKV-Gesellschaften Beitragsstabilität als wichtigstes Ziel verfolgen (91,2 Prozent), ergab die Studie „Private Kranken- und Pflegeversicherung 2021“ der BBG Betriebsberatung. Im Bereich der privaten Krankenvollversicherung sind die Makler-Favoriten die Hallesche, gefolgt von Barmenia und Hansemerkur. Jeder Fünfte vermittelt bereits bKV-Zusätze. Die BBG-Studie kostet 2.677 Euro inklusive Mehrwertsteuer und kann hier bestellt werden.

Budget-Tarife im Kommen

Die Rating-Agentur Assekurata erwartet für 2021 besonderes Wachstumspotenzial bei den sogenannten Budget-Tarifen der bKV. Beim Budget-Tarif wählt das Unternehmen für seine Belegschaft ein „Gesundheitspaket“ in Kombination mit einer bestimmten Budgethöhe, die dem Mitarbeiter pro Jahr zur Verfügung steht. Je nach Belieben können die Angestellten medizinische Leistungen aus verschiedenen Bereichen in Anspruch nehmen. Laut der aktuellen Umfrage des VersicherungJournal-Extrablatts bieten nun acht von 17 Versicherern für den Extra-Gesundheitsschutz Budgets an: Allianz, Axa, Barmenia, Generali, Gothaer, Hallesche, Hanse-Merkur und Süddeutsche.

Neu auf dem Markt ist der Budget-Tarif „FlexMed easy“ der Axa Krankenversicherung. Zur Wahl stehen für Arbeitgeber fünf Budgetstufen von 300 Euro bis 1.500 Euro pro Jahr. Erstattet werden zum Beispiel Behandlungen durch Heilpraktiker, Naturheilverfahren durch Ärzte, Zahnersatz und -aufhellung sowie operative Sehschärfenkorrekturen oder auch – einzigartig am Markt – die Therapie mit transparenten Zahnschienen.

Steuer- und sozialabgabenfrei…

Viele Versicherer fahren aber weiterhin zweigleisig, darunter die Allianz. Das heißt: Es gibt ein Budget-Modell und zusätzlich die klassischen Bausteintarife – zumindest für bestimmte Leistungen wie „Privatpatient im Krankenhaus“, heißt es in der Extrablatt-Untersuchung, die kostenlos hier zu bekommen ist.

Seit 2020 sind Zuwendungen der Arbeitgeber für eine bKV wieder steuer- und sozialabgabenfrei. Durch das Jahressteuergesetz 2019 wurde klargestellt, dass zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, grundsätzlich keine Sachbezüge, sondern Geldleistungen darstellen.

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