Bienendiebstähle beschäftigen Versicherung

Hannah Petersohn Versicherungen

Bienendiebstähle machen derzeit Imkern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu schaffen. Bienenzüchter sollten stets an den Versicherungsschutz denken. Im vergangenen Jahr lag der versicherte Schaden bei über einer halben Million Euro.

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Der Bienendiebstahl besorgt Imker in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Bild: Adobe Stock/santypan

Seit Jahren erfreuen sich Bienen zunehmender Beliebtheit. Imkern ist auch für gestresste Großstädter zum Hobby geworden. Die Zahl der Imker in Deutschland steigt dementsprechend seit Jahren kontinuierlich und hat im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht: 150.000 Bienenzüchter zählte der Deutsche Imkerbund.

In den vergangenen zehn Jahren wuchs auch die Anzahl der Bienenvölker auf über 900.000 an, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen. "Dabei wird die Imkerei von ausgebildeten Tierwirten mit spezialisierter Fachrichtung ausgeübt, die meisten Imker betreiben die Bienenhaltung jedoch als Hobby", heißt es von den Wiesbadener Statistikern.

Ganz gleich ob Hobby- oder Berufsimker - beide Gruppen eint die eine Sorge um den Diebstahl ihrer Bienenvölker. Und der macht derzeit den Imkern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besonders zu schaffen. So wurden dem Imkerverband Rheinland dieses Jahr bereits 27 Diebstähle gemeldet, sagte der Schriftführer Hubert Quandt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Bei einem Diebstahl entstehen schnell mehrere Hundert Euro Schaden, heißt es von der Imkerversicherung, in der alle Landesverbände versichert sind.

Diebstähle werden nicht aufgeklärt

"Bienenvölker stehen in der freien Natur und nicht unter ständiger Beobachtung." Das mache es Dieben leichter. Ermittelt werden die Täter in der Regel nicht.  "Ich hab es noch nie gehört, dass die Diebstähle aufgeklärt werden", so Quandt, der auch für die Koordination der Versicherungsanfragen zuständig ist. In diesem Jahr wurden deutschlandweit bisher knapp 200 Fälle gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 338. Doch die Dunkelziffer liege noch höher, da nicht alle Imker bei der Versicherung unter Vertrag seien. "Was die Sache so traurig macht: Das kann ja nur ein Imker sein."

Imker könnten ihre Bienen durch eine neue Technik, die sogenannte Giga-Bee-Protect-Box, schützen. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das im Inneren des Bienenstocks installiert wird und im Falle eines Diebstahls den genauen Standort der Box in Echtzeit an den Imker sendet. Entwickelt wurde die Technik von Vodafone in Zusammenarbeit mit Forschern.

Doch Diebstähle sind nicht das einzige Problem für Imker: Auch Milben und Spechte machen ihnen das Leben schwer. Laut dem Spitzenverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entstand im vergangenen Jahr ein versicherter Schaden in Höhe von insgesamt 660.000 Euro.

Imker, die sich einem Verband angeschlossen haben, erhalten eine Gruppenversicherung, die neben Diebstählen, Feuer- und Sturmschäden auch den Haftpflichtschutz sowie Transport der Tiere abdeckt. Doch auch solche Imker, die nicht Mitglied eines Verbandes sind, können über die eigene Hausratversicherung auf der sicheren Seite sein, nämlich dann, wenn der "Hausrat auf dem Versicherungsgrundstück auch außerhalb des Gebäudes mit gedeckt ist", so Hermann Hübner, Vorstandsvorsitzender der Vema Versicherungsmakler Genossenschaft.

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