Angriff im Restaurant – Arbeitsunfall oder nicht?

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

In einem Schnellrestaurant war es zu einer Auseinandersetzung zwischen angetrunkenen Gästen und dem Personal gekommen, am Ende lag ein Mitarbeiter mit schweren Wirbelverletzungen am Boden. Vor Gericht ging es nun um die Frage, ob der Vorfall als Arbeitsunfall zu werten sei.

Arbeitsunfall Bild: Adobe Stock/TheVisualsYouNeed

In einem Schnellrestaurant war es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Angestellten und Gästen gekommen. Ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung? Bild: Adobe Stock/TheVisualsYouNeed

Als Arbeitsunfall gelten Unfälle, die dem Arbeitnehmer während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg widerfahren. Doch nicht jede Tätigkeit am Arbeitsplatz ist auch versichert, wie nun ein Urteil des Stuttgarter Sozialgerichts (Az: S 26 U 1326/19) unterstreicht.  

Was war passiert?  

In einer Stuttgarter Subway-Filiale war es zum Streit zwischen einem der Mitarbeiter und mehreren angetrunkenen Kunden gekommen. Nachdem diese einen der Kollegen des Mannes als „Wichser“ bezeichnet hatten, verwies der Kläger die Gäste des Lokals. Die Gäste kamen dieser Aufforderung zwar nach, bezeichneten den Kläger jedoch beim Verlassen des Schnellrestaurants als „Hurensohn“.  

Der Kläger folgte einem der Gäste daraufhin aus dem Lokal und sprang diesem mit dem Kopf voran in den Rücken. Hierbei zog er sich selbst schwere Wirbelverletzungen zu. Seiner Forderung, dass besagter Vorfall als Arbeitsunfall gewertet wird, wurde allerdings nicht entsprochen, woraufhin der Mann vor Gericht zog.  

Das Urteil  

Mit seiner Klage scheiterte der Mann jedoch vor dem Stuttgarter Sozialgericht. Dieses urteilte, dass der Angriff auf den Restaurantgast in keinem sachlichen Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit stand. So liege das Verhalten des Mannes – das Anspringen des Gastes von hinten – nicht im betrieblichen Interesse, auch nicht um das Hausrecht durchzusetzen oder den Hausfrieden aufrechtzuerhalten.  

Das hatte der Mann bei seinem Angriff nach Ansicht des Gerichtes nämlich auch gar nicht im Sinn. Vielmehr reagierte er aus Ärger über die persönliche Beleidigung. Im Vordergrund stand somit das Austragen eines persönlichen Konflikts und nicht die vorherige Auseinandersetzung über das Essen bzw. den Service, geschweige denn die Ausübung des Hausrechts oder die Aufrechterhaltung des ungestörten Ablaufs im Schnellrestaurant.  

Somit stehen dem Kläger keinerlei Leistungen aus der Gesetzlichen Unfallversicherung zu.

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