AfW: 5 Forderungen an die künftige Regierung

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Ein Standardprodukt für die Altersvorsorge, keine Beratungskosten oder eine Reform der Krankenversicherung – gegen solche vermeintlichen Patentlösungen der Parteien wehrt sich der Vermittlerverband AfW und hat nun seinerseits fünf Forderungen an die Politik aufgestellt.

Der AfW-Vorstand (v.l.n.r.): Frank Rottenbacher, Norman Wirth, Matthias Wiegel. Bild: AfW

Der AfW-Vorstand (v.l.n.r.): Frank Rottenbacher, Norman Wirth, Matthias Wiegel. Bild: AfW

Am 26. September ist Bundestagwahl und die Parteien rühren fleißig die Werbetrommel. Um die Wählerinnen und Wähler von sich zu überzeugen, werde in den Bereichen Altersvorsorge und Finanzberatung auf scheinbar einfache Patentlösungen gesetzt, findet man beim Bundesverband Finanzdienstleistung AfW. Besonders plakativ sei dabei die Forderung, auf Provisionen und allgemein Kosten größtenteils zu verzichten, als auch der Vorschlag, die notwendige private Altersvorsorge für Millionen von Menschen über ein staatlich organisiertes Standardprodukt zu lösen.

„Es ist aus unserer Sicht vollkommen unverständlich, dass unsere Branche in den letzten 15 Jahren eine Regulierung nach der anderen durchlaufen hat, die stets den Verbraucherschutz durch verbesserte Beratungs- und Dokumentationsleistungen als Ziel hatte und nun der Gesetzgeber allen Bürger:innen Finanzdienstleistungsprodukte faktisch beratungsfrei andienen möchte. Wir glauben an die mündigen Bürger:innen/Verbraucher:innen, deren Bedürfnisse so individuell sind, dass Standardlösungen hier schlicht nicht passen. Insbesondere nicht, wenn der Staat diese Produkte entwickelt und managed“, erläutert der Vermittlerverband heute in einer Presseerklärung seine Kritik.

Viel zu wichtig sei der Wettbewerb innerhalb der Branche, während Einheitslösungen über kurz oder lang zu Stillstand führen würden. Ein staatlich gefördertes Produkt sei wichtig, allerdings: „Sollte die Riester-Rente tatsächlich abgeschafft werden – was wir für einen eklatanten Fehler halten würden – bräuchte es unbedingt eine Alternative. Aber eine, die weniger bürokratisch ist und die weiter auf Beratung setzt.“ Ein rein digitales Produkt mit Opt-Out-Möglichkeit lehnt der AfW ab, da die Menschen beim komplexen Thema Altersvorsorge kompetente Beratung benötigen würden.

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