Versicherer kürt die gefährlichste Straße Deutschlands

Martin Thaler Versicherungen Panorama

Auf welcher Straße ist es besonders gefährlich unterwegs zu sein? Dieser Frage ging die australische Versicherung "Budget Line" für jedes einzelne Land der Welt nach. In Deutschland gilt eine Straße in Bayern als extrem risikoreich.

Straße Bild: Adobe Stock/Petair

Laut Angaben des australischen Versicherers "Budget Line" ist die bayerische Bundesstraße 12 die gefährlichste Straße Deutschlands. Bild: Adobe Stock/Petair

Wenn man nach der Bundesstraße B12 googelt, dauert es nicht lange, bis man fündig wird: „Viele Pendler fürchten die B12“, heißt es in der Augsburger Allgemeinen, andere Medien benennen die Bundestraße, die Passau mit München und Lindau verbindet, gleich zur Todesstrecke.  

Auch die australische Versicherung „Budget Line“ hat nun die B12 zur gefährlichsten Straße in Deutschland ernannt. Eine Begründung hierfür liefert der Versicherer allerdings nicht. In Medienberichten ist jedoch oftmals von waghalsigen Überholmanövern und einem hohen Lkw-Aufkommen zu lesen.  

„Budget Line“ hat darüber hinaus für jedes andere Land dieser Erde auf Basis von Daten der Regierung und von Transportunternehmen die jeweils gefährlichste Straße ermittelt. In Europa gilt für den Versicherer die Verbindung zwischen den litauischen Städten Vilnius und Kaunas als gefährlichste Strecke, auf der im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 180 Unfälle verzeichnet wurden. Im nördlichen Nachbarland Lettland machte „Budget Line“ auf der Ringstraße von Riga einen weiteren europäischen Unfallschwerpunkt aus. Auch auf der A51 östlich von Mailand/Italien und auf der maltesischen Ringstraße krachte es besonders häufig.  

Unfallschwerpunkte in Afrika

Weltweit betrachtet sind besonders Straßen in Afrika Unfallschwerpunkte: Als gefährlichste Strecke benannte der Versicherer die Straße P1 zwischen den Städten Asmera und Massewa in Eritrea sowie den „Sani Pass“ in Lesotho.

Ob die Einschätzung der Versicherung jedoch zutrifft, ist zumindest diskutabel. So widersprach die Polizei vor einigen Jahren der Aussage, dass die bayerische B12 eine Unfall- oder gar Todesstrecke sei. „Budget Line“ erklärte dann auch, dass man – sofern es keine öffentlichen Daten gab – sich auf Medienberichte gestützt habe. Und an solchen besteht für die Bundesstraße 12 wahrlich kein Mangel.  

Übrigens: Bedingt durch das geringere Verkehrsaufkommen im vergangenen Jahr sank die Zahl der Verkehrstoten 2020 auf einen historischen Tiefstand. So kamen im vergangenen Jahr insgesamt 2.719 und damit 327 Menschen weniger als noch 2019 auf deutschen Straßen ums Leben. Einen solch niedrigen Stand hatte das Statistische Bundesamt in den 60 Jahren der Unfallstatistik noch nicht verzeichnet.

Den Überblick über die gefährlichsten Straßen finden Sie hier.

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