VEMA: Wie Makler vom Service profitieren

Detlef Pohl Berater

Das Corona-Virus hat die Maklergenossenschaft verändert. Die alljährlichen VEMA-Tage fanden wieder nur virtuell statt – mit enormer Resonanz der Partner-Makler. Dank digitaler Services gab es 2020 wieder ein Rekordjahr.

Als Genossenschaft sorgen wir für alles, was unsere Maklerkollegen benötigen, um weiter erfolgreich zu sein, versprechen die VEMA-Vorstände Hermann Hübner (links) und Andreas Brunner. Bild: VEMA

Als Genossenschaft sorgen wir für alles, was unsere Maklerkollegen benötigen, um weiter erfolgreich zu sein, versprechen die VEMA-Vorstände Hermann Hübner (links) und Andreas Brunner. Bild: VEMA

Knapp 3.700 Maklerbetriebe mit rund 24.000 Mitarbeitern sind Ende vergangenen Jahres Partner der VEMA Versicherungs-Makler-Genossenschaft gewesen. Das waren neun Prozent mehr Maklerfirmen mit fast neun Prozent mehr Mitarbeitern als 2019. Zum 30. Juni 2021 wuchs die Zahl um weitere 250 Partnerfirmen.

Darüber berichten in einem virtuellen Pressegespräch am Montag die beiden Vorstandsmitglieder Hermann Hübner und Andreas Brunner. „VEMA-Makler dürfen sich sicher sein, dass das Uhrwerk der Genossenschaft auch in der Corona-Zeit nicht stillsteht und alle Mitarbeiter daran arbeiten, um in ihren Bereichen weitere Mehrwerte für die Makler zu schaffen“, sagte Hübner auf den VEMA-Tagen 2021, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise zum zweiten Mal als reine Online-Veranstaltung stattfanden. „Nicht wenige Maklerkollegen sprachen vom besten Geschäftsjahr ihres Bestehens, was dann auch bei uns so war“, berichtet Hübner.

Dynamisches Wachstum hält an

Der VEMA-Vertrieb verfolge weiter das Ziel, jedes Jahr rund 200 bis 300 neue Partner zu gewinnen (2020: 315). „Der Markt bietet 4.000 Maklerfirmen, die zu unserer Gemeinschaft passen würden“, erklärte Hübners Stellvertreter Andreas Brunner vor Jahresfrist. Dieses Ziel ist nun greifbar nah. Die Vertriebskapazitäten würden sukzessive in die intensivere Betreuung und Bestandsarbeit der Partnerfirmen umgeleitet.

Erinnert wurde in diesem Zusammenhang an die Mindestanforderungen für eine Partnerschaft mit der Genossenschaft. Dazu zählen drei Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsbranche sowie weniger als 20 Prozent Honorare am Umsatz aus Versicherungsvermittlung und -beratung, aber auch mindestens 100.000 Euro Umsatz pro Jahr (bei Berufsanfängern weniger).

Anders als bei Pools behält der Makler als VEMA-Partner seine Direktanbindung an den Versicherer und damit auch den Kontakt zum bisherigen Maklerbetreuer. Partnerschaft und Dienstleistungen der VEMA seien für Makler kostenlos. „Wir finanzieren uns aus einem Overhead, den wir von den Versicherern auf das Geschäft unserer Partner obendrauf erhalten. Einer unserer Leitsätze ist, dass sich unser Overhead nicht auf die Courtage der Makler oder die Prämie des Kunden auswirken darf“, erklärt Hübner zur Rechtskonstruktion des Verbundes.

Zehn Prozent Overhead für die VEMA

Im Vorjahr lag die Summe des vermittelten Provisionsvolumen aus Vergütungen, die die Makler direkt von den Versicherern bekamen und dem 10-Prozent-Overhead für die VEMA bei 270 Millionen Euro (2019: 200 Millionen Euro). Daraus ergäben sich 24,7 Millionen Euro Bruttoumsatz (Zahlungen, die über VEMA geflossen sind). Netto bleiben 16 Millionen Euro übrig, da die VEMA 8,7 Millionen Euro an die Mitglieder weiterreichte, die in der Bilanz 2020 als Umsatzschmälerung verbucht werden, davon 6,6 Millionen Euro als Umsatzrückvergütung an die Mitglieder (Anteil aus Overhead).

Vom Gewinn der Genossenschaft profitieren die Partner-Makler nur, wenn sie zugleich auch Genossenschaftsanteile gezeichnet haben, also VEMA-Mitglied sind. Die Genossenschaftsmitglieder bekamen für 2020 insgesamt besagte 6,6 Millionen Euro Umsatzrückvergütung (2019: 4,8 Millionen Euro). Aktuell profitieren davon 1.295 VEMA-Anteilseigner (2020: 1.185). Zwei Drittel der Partner-Makler gehen also leer aus, denn es gilt der Grundsatz: Als Partner können die Makler kostenlose Dienste und Services von der VEMA erwarten, als Miteigentümer Rückvergütungen entsprechend ihrem Umsatz und Tantiemen. „Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist eine sehr aktive Nutzung des Dienstleistungsangebotes der VEMA“, betont Hübner.

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