Sturz von Rettungstrage rechtfertigt keinen Schadenersatz

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Sind die Rettungssanitäter erst einmal vor Ort, glaubt sich der Patient in guten Händen. Für einen Mann gab es allerdings eine unschöne Überraschung, als die Trage unter ihm zusammenbrach. Ein Grund für Schadenersatz?

Rettungstrage Bild: Pixabay/aitoff

Wenn eine Rettungstrage bricht, begründet dies nicht zwangsläufig einen Anspruch auf Schadenersatz, stellte der BGH fest. Bild: Pixabay/aitoff

Einmal gerettet, schon verletzt – nach diesem Schema verlief ein Rettungseinsatz im Harz, dessen Nachspiel nun vor dem Bundesgerichtshof (Az: III ZR 329/20) verhandelt wurde.  

Der Patient war von den Rettern auf einer rollbaren Trage transportiert worden. Dieser Transport verlief jedoch verhängnisvoll, als eines der Räder an der Tage brach, wodurch der Patient von der Trage stürzte und sich beim Aufprall auf den Boden verletzte. Vor Gericht ging es nun um Schadenersatz in Höhe von rund 250.000 Euro.  

Die Klage des Mannes blieb allerdings erfolglos: Sowohl das Braunschweiger Landgericht, das Oberlandesgericht Braunschweig sowie nun der BGH wiesen die Klage des Mannes zurück. So habe der Mann weder Fehler bei der Bedienung der Trage, noch bei der Wartung beweisen können. 

So habe die Trage regelmäßig die technischen Prüfungen bestanden. Am Unfalltag selbst war sie zudem von den Sanitätern auf Sicht überprüft worden. Mehr sei auch nicht notwendig, urteilte der neunte Zivilsenat des BGH. Ein vollständiger und tiefgreifender Funktionstest vor jedem Einsatz könne hingegen nicht eingefordert werden. Dies würde den Rettungsanforderungen nicht gerecht, führe realistisch nicht zu mehr Sicherheit und übersteige zudem die Möglichkeiten des Rettungsdienstes, da dieser beispielsweise Materialfehler kaum erkennen könne.  

Somit stehe dem Patienten für den Sturz von der Trage kein Schadenersatz zu.