Student betrügt Krankenkasse um mehr als 100.000 Euro

Martin Thaler Versicherungen Panorama

Versicherungsbetrug ist auch in GKV und PKV weit verbreitet. Während die meisten Betrügereien nicht an die Öffentlichkeit gelangen, sorgt ein aktueller Fall vor dem Landgericht Frankfurt für Aufsehen.

Versicherungsbetrug Bild: Pixabay/mohamed_hassan

Versicherungsbetrug ist auch in der GKV und PKV weit verbreitet. Bild: Pixabay/mohamed_hassan

Um mehr als 100.000 Euro soll ein 43-jähriger Student seine Krankenkasse betrogen haben. Am Freitag begann der Prozess vor dem Frankfurter Landgericht mit einem Geständnis des Angeklagten, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.  

Demnach räumte der Mann ein, seit Anfang 2018 ärztliche Rezepte mithilfe eines speziellen Schrifterkennungsprogramms verfälscht zu haben: Den ausgestellten Rezepten über einfache Schmerzmittel fügte der 43-Jährige oftmals zusätzlich die Namen teurer Hepatitis-Medikamente bei, die er jedoch nicht verordnet bekommen hatte. Diese verkaufte er im Nachhinein. Dadurch sei laut Angaben der Staatsanwaltschaft, die dem Mann gewerbsmäßigen Betrug vorwirft, ein Schaden von 110.000 Euro entstanden.  

Der Angeklagte begründete seinen Betrug mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes sowie seiner fortschreitenden Kokainsucht. Noch steht das Urteil in diesem Fall aus, das Gericht hat weitere Verhandlungstermine festgesetzt.   

Versicherungsbetrug ist weit verbreitet

Zwar ragt dieser Fall aufgrund seiner hohen Schadensumme heraus, doch sind viele Krankenkassen und auch private Krankenversicherer häufig Opfer von Betrug. Laut einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft PwC Deutschland, für die 19 gesetzliche und 13 private Krankenversicherer befragt wurden, berichteten 37 Prozent der gesetzlichen Kassen, im Jahr zwischen 100 und 500 Betrugsversuche festzustellen. 16 Prozent verzeichneten gar über 1.000 Fälle, in denen gefälschte Rezepte oder manipulierte Rechnungen eingereicht wurden.  

Auch in der privaten Krankenversicherung ist Versicherungsbetrug weit verbreitet. Laut Schätzungen von Jan Franke, Gründer des auf Betrugserkennung spezialisierten Unternehmens Ico-Lux, sind rund ein Prozent aller Belege in der privaten Krankenversicherung gefälscht. Nimmt man nur die zehn größten privaten Krankenversicherer in Deutschland als Grundlage, komme man so bereits auf einen jährlichen Schaden in Höhe von 200 Millionen Euro.