Recht: Wenn der Maklerkunde ohne Absprache umdeckt

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Versicherungen Top News

Mitunter grätschen Kunden des Maklers in die Betreuung, indem sie ohne Absprache Policen umdecken und sich dabei womöglich Deckungslücken einhandeln. Was bedeutet das für die Haftung des Maklers und was ist zu tun?

Wenn der Kunde den Vermittler wechselt, kommt es auf den Maklervertrag an, ob der Kunde überhaupt noch angerufen werden darf. Bild: Pixabay/Julieta Lach Julie

Wenn der Kunde den Vermittler wechselt, kommt es auf den bisherigen Maklervertrag an, ob der Kunde überhaupt noch angerufen werden darf. Bild: Pixabay/Julieta Lach Julie

Im Versicherungsvertrieb wird oft hart um den Kunden gekämpft. Der Gesetzgeber wünscht dazu freien Wettbewerb. Die Grenzen sind im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gesetzt. So darf ein Makler Versicherern kein generelles Kontaktaufnahmeverbot für Kunden aussprechen, die er angeworben hat.

Doch was gilt, wenn nicht der Versicherer Kontakt zum verlorenen Kunden aufnimmt, sondern der Maklerkunde auf eigene Faust Policen kündigt und andere abschließt? Solange der Kunde den Maklervertrag nicht gekündigt hat, bleibt der Makler weiter Sachwalter des Kunden und steht in der Pflicht. Durch die Kündigung einer Police erfährt er von der Kundenaktivität und sollte dann schnellstens den Kunden „auf die Weise kontaktieren, die Ihnen der Kunde seinerzeit bei der Aufnahme des Maklermandats gestattet hat“, empfiehlt der Branchendienst „VVP Versicherungsvermittlung professionell“ in Ausgabe 7/2021.

Wenn der Maklervertrag weiterhin besteht

Besteht der Maklervertrag also fort und hat der Kunde nicht ausdrücklich erklärt, zu den gekündigten Versicherungen nicht mehr kontaktiert werden zu wollen, bleibt es bei den verabredeten Pflichten zur Interessenwahrung, Aufklärung und Beratung. Hat die eigenmächtige Umdeckung für den Kunden eklatante Nachteile, etwa Deckungslücken gegenüber der vom Makler seinerzeit ausgewählten Police, muss der Makler darauf hinweisen.

Lässt sich der Kunde trotz gebotener Aufklärung nicht umstimmen, ist der Makler aus der Verantwortung. „Diesen Vorgang sollten Sie dokumentieren und am besten vom Kunden unterschreiben lassen“, rät VVP. Hat der Kunde nur eine von vielen Sparten umgedeckt, sollte der Makler ihm zur Klarstellung schriftlich mitteilen, dass er den Kunden bezüglich dieser Sparte nicht mehr weiter betreuen wird.

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