Nachhaltigkeit: Warum Blau das neue Grün ist

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Der Begriff Nachhaltigkeit wird von vielen Kunden mit Verzicht verbunden – positive Emotionen lassen sich auf diese Weise nur schwer erzeugen. Ein anderer, zukunftsfreundlicherer Ansatz bietet hier mehr Erfolg, ist Bayerische-Vorstand Martin Gräfer überzeugt. Ein Gastbeitrag

Martin Gräfer Bild: Bayerische

Spricht sich beim Thema Nachhaltigkeit für einen breiteren Ansatz aus: Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe Die Bayerische. Bild: Bayerische

Verzicht, Verbote, Verkehrsgängelung – um die nahende Apokalypse abzuwehren, dürfen wir nicht zimperlich sein. So schallt es uns von Seiten des grünen Zeitgeistes täglich etwas lauter entgegen. Doch begeistern wir mit Bevormundung wirklich mehr Menschen für einen nachhaltigen Wandel? Wie viele Ihrer Kunden können das Wort „Nachhaltigkeit“ schon nicht mehr hören? Gibt es keine Alternativen zur grünen Verzichts- und Angstökologie?

Ich meine: Die gibt es. Die blaue Ökologie verbindet effektiven Klimaschutz mit Fortschritt, Selbstbestimmung und Lebensqualität – und überzeugt bislang skeptische Kunden jenseits der grünen Blase für nachhaltige Lösungen.

Eine neue Idee des Fortschritts

In der traditionellen grünen Ökologie steht die romantisch verklärte Natur einer vorgeblich zerstörerisch menschlichen Zivilisation unversöhnlich gegenüber. Der Mensch als Störenfried einer ursprünglichen Idylle. Nur durch Verzicht, eine Abkehr vom Wachstum und eine gehörige Portion schlechten Gewissens könne der Mensch auf dem Beichtstuhl von Mutter Natur Buße tun. Klingt deprimierend? Ist es auch.

Diesem technik- und wachstumsfeindlichen Schuld-und-Sühne-Paradigma setzt die blaue Ökologie ein menschenfreundlicheres Gesicht entgegen. Blau steht für die Farbe unseres Planeten und zielt auf einen neuen Begriff von Nachhaltigkeit. Das Beharren auf einer existentiellen Knappheit führt in eine Sackgasse. Deshalb baut die blaue Ökologie auf eine intelligente Mensch-Natur-Interaktion und Hightech-Innovationen. Eine neue Art von Fülle ersetzt den als ewig propagierten Mangel und stellt uns Menschen zugleich in Einklang mit der Natur.  

„Blaue Ökologie will den Autonomievorteil, den Menschen durch Technik und Industrie gewonnen haben, nicht abschaffen, sondern moderieren und erweitern. Blaue Ökologie ist jene Ökologie, die eine neue Synthese zwischen Mensch, Natur UND Technik ermöglicht. Und damit Freiheit erweitert (…).“ schreibt Zukunftsforscher Matthias Horx, der den Begriff der blauen Ökologie wie kein Zweiter geprägt hat. Und wer sagt eigentlich, dass Nachhaltigkeit keinen Spaß machen darf? 

Damit wir uns richtig verstehen: Ein blindes Weiter-so ist damit nicht gemeint. Natürlich brauchen wir große Anstrengungen und neue Ideen, um den Klimawandel einzudämmen. Um was es geht, ist das Wie. Innovation, Technik, Wachstum und Fortschritt sind der Schlüssel für eine nachhaltige und lebensfreundliche Zukunft – keine Feinde.

Lust auf Zukunft statt Angst vorm Untergang

Was das alles mit dem Vertrieb von Versicherungen und Vorsorgelösungen zu tun hat? Sehr viel sogar. Schließlich geht es gerade im Vertrieb immer auch darum, gemeinsam mit dem Kunden die Zukunft zu planen. Dabei ist neben der persönlichen finanziellen Absicherung immer mehr Kunden ein positiver Beitrag für unseren Planeten wichtig. Hier liegt die Crux mit der blauen Ökologie.

Denn anstatt den Menschen mit Verweis auf die nahende Apokalypse Angst zu machen und mit immer neuen Vorschriften ihre Freiheit einzuschränken, sollten wir sie einladen gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Diese Einladung ist kein wohlklingender Marketing-Sprech: Die nachhaltigen Lösungen unserer Branche bieten jedem Kunden die Möglichkeit, selbst am Fortschritt zu partizipieren.

Denn während die von grünen Moralisten geforderten Verzichtsleistungen oft rein symbolischer Natur sind, sehe ich in der strategischen Förderung nachhaltiger Technologien und Innovationen den wirksamsten Hebel zum Schutz von Umwelt und Lebensqualität künftiger Generationen. Jeder beispielsweise über eine fondsgebundene Rentenversicherung investierte Euro kann dazu beitragen, unsere Energieversorgung sauberer, unsere Städte und Mobilität nachhaltiger oder disruptive Technologien marktreifer zu machen. All das auf Grundlage freier Entscheidung von Menschen, die sehr wohl selbst Verantwortung für die Zukunft übernehmen können – und dafür keine Bevormundung durch den Staat brauchen.

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