Nachhaltigkeit: Versicherer entdecken Gewerbekunden

Martin Thaler Berater Versicherungen Produkte & Personalien

Nicht nur für Privat-, sondern auch für Gewerbekunden gibt es nun nachhaltig ausgerichtete Versicherungen: Sowohl die Bayerische als auch die Zurich präsentieren neue Tarife. Bei der Nürnberger setzt man derweil auf alternative Heilmethoden.

Produkte & Personalien

Sowohl die Bayerische als auch die Zurich haben Gewerbepolicen am Markt, die auf das Thema Nachhaltigkeit einzahlen.

Nachhaltige Kompositversicherungen gibt es schon länger, nun bietet die Bayerische nach eigenen Angaben zudem die erste nachhaltige Gewerbeversicherung an. So können Gewerbekunden in Zukunft kostenfrei den „Pangaea Life-Zusatzbaustein“ auswählen. Dieser verspricht, dass der Versicherer nach einem Schaden Mehrleistungen in Höhe von 20 Prozent für nachhaltig produzierte Ersatzprodukte wie Bodenbeläge, Farben sowie technische, elektronische oder elektrische Produkte mit einer höheren Energieeffizienzklasse leistet.  

Mehrleistungen in Höhe von 20 Prozent gibt es für den Kunden auch, wenn dieser ein anerkannt nachhaltiges oder CO2-zertifiziertes Unternehmen zur Behebung des Schadens beauftragt. Dies gilt auch für die Betriebsunterbrechung, wenn damit eine längere Ausfallzeit einhergeht.  

Zudem verspricht die Bayerische, bei einem Brand entstehendes CO2 im Nachhinein klimaneutral zu stellen. Gleiches gelte in der betrieblichen Haftpflichtversicherung, wenn es zu einer versicherten Beeinträchtigung von Luft, Wasser, Boden oder Biodiversität kommt. Der Ausgleich erfolgt dabei durch die Unterstützung eines zertifizierten Klimaschutzprojektes.  

Zusätzlich wird – wie schon bei vielen privaten Kompositversicherungen üblich – pro Vertragsabschluss ein Baum in einem von Abholzung bedrohten Gebiet gepflanzt. Darüber hinaus führt die Bayerische weitere Ergänzungen ein: So gibt es in der Betriebshaftpflichtversicherung nun eine Forderungsausfalldeckung. Zudem gibt es nun auch eine Besserstellungsklausel: Diese gilt bis zu einem Betrag von 500.000 Euro und greift dann, wenn der Vorvertrag des Kunden besser war und höhere Versicherungsleistungen versprach als der aktuelle.    

Zurich setzt auf KMU

Auch die Zurich möchte im Geschäft mit Gewerbepolicen neue Akzente setzen und stellt nun ein neues modulares Produktkonzept vor, das sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richtet und sukzessive auf den Markt kommen soll. In einem ersten Schritt werden eine Haftpflichtversicherung, eine Inhalts- bzw. Ertragsausfallversicherung sowie eine Gebäudeversicherung für gewerblich genutzte Gebäude angeboten. Weitere Module folgen zu einem späteren Zeitpunkt.  

Damit das neue Produkt auch im Maklermarkt verfängt, arbeitet die Zurich mit Thinksurance zusammen, über dessen Beratungsplattform die einzelnen Produkte sukzessive verfügbar gemacht werden sollen.  

Das neue Produktangebot unterstützt außerdem die nachhaltige Ausrichtung von KMU durch umfassende Absicherung, z.B. von Photovoltaik oder Geothermie. Im Schadenfall werden auch Mehrkosten übernommen, die aus der Verwendung umweltfreundlicher oder ökologischer Baustoffe stammen, bzw. damit solche zukünftig verwendet werden können. Auch der sich wandelnden Mobilität der Mitarbeiter soll Rechnung getragen werden: Umfassende Absicherungs-Lösungen für E-Ladestation und sogenannte Wall-Boxen sind daher ebenfalls integriert. Das Thema Nachhaltigkeit soll auch zukünftig eine stärkere Rolle spielen. Zurich-Vermittler sollen nicht nur als „Unternehmensversteher“, sondern auch als „Transformationsbegleiter“ auftreten, um KMU auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Ausrichtung begleiten und dabei für eine passende Absicherung zur Verfügung stehen.    

Nürnberger: Tarif für alternative Heilmethoden

Die Nürnberger Krankenversicherung AG bringt einen neuen Zusatztarif (AM300) für alternative Heilmethoden auf den Markt. So übernimmt die Nürnberger bei Heilpraktikerleistungen, Naturheilverfahren oder Osteopathie 80 Prozent des Rechnungsbeitrages bis zu 300 Euro. Dies gilt auch für Leistungen nach dem sogenannten Hufelandverzeichnis (GOÄ) und für verordnete Arznei-/ Heil- und Verbandmittel.  

Die gleichen Leistungen übernimmt die Nürnberger beispielsweise für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), altersunabhängige Vorsorgeuntersuchungen sowie von der STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlene Schutzimpfungen oder prophylaktische Reiseschutzimpfungen. „Unser Spektrum umfasst ebenso die gesetzlichen Zuzahlungen wie zum Beispiel für Stationäre Krankenhausbehandlungen, Rehabilitationen und Stationäre Transportkosten“, erläutert NKV-Vorstand Christian Barton. Auch hier leistet der Tarif 80 % bis zu 300 EUR im Jahr.  

Beim Tarif gibt es keine Wartezeiten. Die Gesundheitsprüfung besteht aus einer Frage.