Maklerbüro: Wie es um die digitale Kommunikation bestellt ist

Detlef Pohl Digital Berater Versicherungen Top News

Viele Makler fühlen sich bei der Digitalisierung trotz virtueller Arbeit in der Pandemie noch immer nicht kompetent genug. Sie fordern moderne Vertriebshilfen der Versicherer. Doch Pools und Verbünde sind da meist weiter, zeigt eine neue Studie.

Virtuelle Kommunikation statt Beratung von Angesicht zu Angesicht ist für viele Makler immer noch ungewohnt. Bild: Pixabay/Alexandra Koch

Virtuelle Kommunikation statt Beratung von Angesicht zu Angesicht ist für viele Makler immer noch ungewohnt. Bild: Pixabay/Alexandra Koch

Rund 44 Prozent der Makler und Mehrfachagenten schätzen die digitale Kompetenz im eigenen Büro lediglich als mittelmäßig ein und fühlen sich selbst unsicher im Umgang mit digitalen Tools (2020: 47 Prozent). Immerhin 46 Prozent sehen sich selbst schon als digital eher bzw. sehr kompetent an (2020: 40 Prozent). Drei Viertel der Maklerbüros haben sich demnach in den vergangenen 12 Monaten digital weiterentwickelt. Das ergab die Studie „Trends II/2021“ der BBG-Betriebsberatung unter 543 Maklern.

Die größten Hürden bei Einführung und Nutzung digitaler Tools sehen die meisten in der Datenschutzthematik und im zusätzlichen „Pflegeaufwand“. Dennoch empfinden zwei Drittel der Befragten den zielgerichteten Einsatz digitaler Tools als Vertriebsmotor für Versicherungsprodukte.

Lob für Verbünde, Kritik an Versicherern

Das Sonderthema der Studie beschäftigt sich mit Fragen zur digitalen Kommunikation mit Versicherern und Pools/Verbünden (B2C) sowie Kunden (B2C). Demnach erwarten die Makler in den kommenden 12 Monaten noch einmal einen Schub in Sachen B2B-Digitalisierung. Bereits jetzt fühlen sich Makler da insbesondere von Pools und Verbünden unterstützt, sagen 52,6 Prozent der Befragten. Durch das eigene Büro (43,1 Prozent) und Kommunikationsplattformen wie Maklerverwaltungsprogramme (35,7 Prozent) sei die Unterstützung geringer, durch Versicherer (25,4 Prozent) noch viel weniger (Mehrfachnennungen erlaubt).

Damit wiederholt sich die Kritik insbesondere an den Versicherern aus dem Vorjahr. Seinerzeit fühlten sich nur 24 Prozent der Befragten durch die Versicherer sehr gut unterstützt. 52 Prozent betonten dagegen die sehr gute Unterstützung durch ihr eigenes Büro. Von Anbietern digitaler Kommunikationsplattformen wie Pools und MVP-Hersteller fühlten sich vor einem Jahr rund 47 Prozent der unabhängigen Vermittler sehr gut unterstützt. Inzwischen werden Pools und Verbünde, die für jeden zweiten Makler unverzichtbar sind, gesondert erfasst.

Möglichst einfach und gern per E-Mail

Besonders wichtig bei der Nutzung von digitalen Tools ist Maklern eine hohe Benutzerfreundlichkeit, sagen 92 Prozent der Befragten. Geschätzt wird auch ein einfacher Datenimport bzw. eine einfache Datenmigration vorhandener Kundendaten (83 Prozent) sowie ständige Online-Verfügbarkeit (80 Prozent) und Datenschutz (78 Prozent).

Zur Kommunikation mit Kunden (B2C) werden von den unabhängigen Vermittlern am häufigsten E-Mails verwendet (96 Prozent), zum Einsatz kommen aber auch Webinare bzw. Online-Präsentationen (72 Prozent) sowie Maklerverwaltungsprogramme (70 Prozent). Die Mehrheit der Kunden (60 Prozent) kommuniziert sowohl klassisch als auch digital. Jeweils ein Fünftel der Kunden lehnt die digitale Kommunikation vollständig ab bzw. erwartet eine vollständige digitale Kommunikation vom Makler.

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