Krankenzusatzpolicen: Nur selten beim Makler abgeschlossen

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Die Mehrheit der gesetzlich Versicherten ist mit ihrer Kassenleistung zufrieden – trotzdem setzen viele Deutsche in bestimmten medizinischen Segmenten auf Krankenzusatzversicherungen. Der Beratungsbedarf ist in diesem Punkt groß.

Krankenzusatz Bild: Adobe Stock/Production Perig

Vor allem wenn es um Sehhilfen oder Zahnersatz geht, sind Krankenzusatzversicherungen beliebt - und die Corona-Pandemie hat dem Thema Gesundheitsvorsorge zusätzlichen Auftrieb beschert. Bild: Adobe Stock/Production Perig

Wenn es um Zahnersatz, Sehhilfen oder Pflegevorsorge geht, stehen Krankenzusatzversicherungen bei vielen Deutschen hoch im Kurs. Nach einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen ist zwar die Mehrheit der gesetzlich Versicherten jüngeren und mittleren Alters mit den Leistungen ihrer Krankenkasse zufrieden. Optimal abgesichert fühlen sich aber nur 15 Prozent der 18- bis 50-Jährigen, 44 Prozent der 1.000 Befragten sehen dagegen ihre Absicherung im Krankheits- oder Pflegefall kritisch.  

Junge Versicherte legen Wert auf Krankentagegeld

Ein Beratungsbedarf in puncto Krankenzusatzversicherung existiert demnach. Ein Ansatz dafür: Die Themen Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsabsicherung sind für rund 40 Prozent der 18- bis 50-Jährigen durch die Corona-Pandemie wichtiger geworden. Dies sei vor allem bei den Jüngeren sowie bei den Menschen mit Kindern der Fall. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf den Segmenten Zahnbehandlung, Vorsorgeuntersuchungen sowie einer Kostenentlastung im Pflegefall. Bei der jungen Zielgruppe (18 - 29 Jahre) würde besonders der Erhalt von Krankentagegeld eine große Rolle spielen, während Zahnersatzangebote kaum ins Gewicht fielen.  

Entscheiden sich die Versicherten für eine Zusatzversicherung, sind in erster Linie Auslandskrankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen beliebt. 66 Prozent der Befragten fällt es jedoch schwer, die für sie passende Zusatzversicherung auszuwählen. Für einen Abschluss gewinnen lassen sie sich vor allem mit Services, wie einer Direktabrechnung mit dem Arzt, mit Beitragsgarantien oder einer Abschlussmöglichkeit trotz bestehender akuter Erkrankung. Große Unterschiede bestehen hier zwischen der jüngeren und der älteren Generation: Erstere ist besonders von Service-Apps und der Möglichkeit einer Direktabrechnung mit den Ärzten begeistert. Für ältere Versicherte spielen hingegen Leistungs- und Beitragsgarantien eine große Rolle.

81 Prozent der Studienteilnehmer würden eine Krankenzusatzpolice am liebsten über die eigene Krankenkasse abschließen. In der Praxis wird dies jedoch eher selten angeboten. Tatsächlich wird eine solche Versicherung vor allem über Ausschließlichkeitsvermittler abgeschlossen (26 Prozent), 23 Prozent erledigen dies in der Realität online beim Versicherer. Nur 15 Prozent der Befragten nehmen dafür einen Versicherungsmakler in Anspruch. Dabei sind gerade jüngere Versicherte offen für neue Vertriebswege und könnten sich den Abschluss von Zusatzversicherungen über Ärzte, Kliniken oder Apotheken vorstellen. Auf wenig Zuspruch trifft der Policen-Verkauf im Einzelhandel.