Immobilien-Investments bei Versicherern beliebt wie nie zuvor

Anne Mareile Walter Investmentfonds Versicherungen

Mehr als elf Prozent des Anlageportfolios der deutschen Assekuranz liegt in Immobilien – ein Rekordwert. Laut einer aktuellen Studie sind Wohnimmobilien dabei im Fokus. Beliebtester Investitionsstandort ist Deutschland.

Immobilien Bild: Adobe Stock/Serg Zastavkin

Die deutschen Versicherer setzen auf Immobilien-Investments: Die Immobilienquote ihrer Portfolios ist mit mehr als elf Prozent so hoch wie nie zuvor. Bild: Adobe Stock/Serg Zastavkin

Dieser Trend ist trotz Pandemie ungebrochen: Die deutschen Versicherer setzen unvermindert auf Immobilien-Investments. Aktuell liegt die Immobilienquote ihrer Portfolios bei 11,5 Prozent und ist damit so hoch wie nie zuvor. Dies geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor, an der 30 Versicherungsunternehmen aus Deutschland teilnahmen. 63 Prozent von ihnen gaben dabei an, ihre Immobilienquote weiter steigern zu wollen, die übrigen 37 Prozent wollen die Quote auf einem konstanten Niveau halten. Die Mehrheit der Versicherer (82 Prozent) hat sich demnach durch die Corona-Krise nicht davon abbringen lassen, ihre bisherige Anlagestrategie weiter zu verfolgen.

Geschlossene Immobilienfonds am beliebtesten

„Immobilienanlagen mit stabilem Cashflow sind für die Assekuranz im Niedrigzinsumfeld unabdingbar, um Garantiezinsversprechen weiterhin einhalten zu können“, erklärt Studienautor Dietmar Fischer und ergänzt: „Auch wenn der Garantiezins wie geplant zum Beginn des nächsten Jahres zum wiederholten Male gesenkt wird.“ Nach ihren Investmentvorschriften dürften Versicherungen in der Regel maximal 25 Prozent ihrer Anlagegelder in Immobilien investieren, es bliebe demnach noch Luft nach oben.

Mehr als die Hälfte der befragten Versicherer gab zudem an, Immobilienanlagen innerhalb ihres Gesamtportfolios am stärksten ausbauen zu wollen, für 82 Prozent der Assekuranz-Unternehmen zählen die geschlossenen Immobilienspezialfonds zu den beliebtesten Anlageformen. Investitionen in den Direktbestand werden mit 67 Prozent ebenfalls attraktive Anlageform wahrgenommen, danach folgen Projektentwicklungen mit 63 sowie offene Immobilienfonds mit 55 Prozent.

Einen Effekt hatte die Pandemie jedoch: Der Investitionsfokus der Assekuranz verlagerte sich. Wurde zuvor vor allem in Logistik-Immobilien investiert, floss im vergangenen Jahr mit 96 Prozent das meiste Geld in den Wohnimmobilien-Sektor. Deutschland ist bei den hiesigen Versicherern nach wie vor der beliebteste Standort für Immobilienanlagen.