Haftpflichtkasse wird erpresst

Martin Thaler Versicherungen Top News

Der Roßdorfer Versicherer ist nach eigenen Angaben Opfer einer Ransomware-Attacke geworden – auf die Forderungen eingehen will man allerdings nicht. Zudem wurde bekannt, dass die Hacker personenbezogene Daten erbeuten konnten.

Haftpflichtkasse Bild: Haftpflichtkasse

Die Haftpflichtkasse ist Opfer einer Ransomware-Attacke geworden. Bild: Haftpflichtkasse

Über den Hacker-Angriff auf den Roßdorfer Versicherer „Die Haftpflichtkasse“ gibt es nun nähere Informationen: So ist das Unternehmen Opfer einer Ransomware-Attacke geworden. Dabei verschlüsseln die Täter häufig einen Teil der Daten und geben diese – wenn überhaupt - erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder frei.  

Die Haftpflichtkasse werde auf diese Forderungen allerdings nicht eingehen, teilte Vorstand Torsten Wetzel mit. „In Absprache mit dem Landeskriminalamt haben wir entschieden, den kriminellen Machenschaften keinen Vorschub zu leisten und gehen auf die Forderungen nicht ein.“ Welche Summen seitens der Hacker verlangt werden, ist nicht bekannt.  

Personenbezogene Daten abgezogen

Derweil wurde zudem bekannt, dass die Angreifer personenbezogene Daten abgezogen haben – welche und wie viele genau, gab das Unternehmen nicht bekannt. Man befinde sich derzeit in ständigem Austausch mit der zuständigen Datenschutzbehörde, teilte die Haftpflichtkasse mit. Die Betroffenen, deren Daten von den Hackern erbeutet wurden, sollen nach Abschluss der Untersuchung informiert werden.  

Weitere Fortschritte macht der Versicherer derweil beim Wiederaufbau seiner Systeme. So ist das Service-Center des Versicherers rund 1 ½ Wochen nach der Cyber-Attacke wieder voll über Telefon, Mail und Formulare erreichbar. Alle eingehenden Nachrichten würden erfasst und im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten bearbeitet, teilte der Versicherer mit.  

 „Dass es bereits jetzt wieder so gut läuft und wir gut vorankommen, verdanken wir dem professionellen Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Situation und ihrer hohen Einsatzbereitschaft,“ sagte Wetzel.  

Noch ist allerdings unklar, wann der Geschäftsbetrieb vollständig wieder hergestellt sein wird.