GKV: Versicherte fühlen sich zu schlecht informiert

Anne Mareile Walter Versicherungen

Eine Mehrheit der gesetzlich Krankenversicherten hat keine Vorstellung davon, wie ihre Kassenbeiträge tatsächlich verwaltet werden. Viele wünschen sich daher eine gesetzliche Pflicht zur Offenlegung der Kassenfinanzen.

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Für eine überwiegende Mehrheit der GKV-Versicherten ist die Verwaltung der Kassenbeiträge eine große Unbekannte. Bild: Adobe Stock/fizkes

Wohin fließt das Monat für Monat überwiesene Geld? Für fast 90 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten ist die Verwaltung der Krankenkassenbeiträge eine große Unbekannte. Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse unter 1.815 Versicherten wünschen sich rund drei Viertel mehr Informationen zur finanziellen Situation ihrer Krankenkasse.

Wunsch nach regelmäßigen Finanzberichten

Dementsprechend wissen nur 23 Prozent der Befragten, dass die monatlich entrichteten Zahlungen in einen zentral verwalteten Gesundheitsfonds fließen. 34 Prozent gehen hingegen davon aus, dass die Kassen die Versichertenbeiträge selbst verwalten. Dabei haben die Versicherten eine klare Vorstellung davon, wie die Beiträge verwaltet werden sollten: 45 Prozent sind der Ansicht, dass die Kassen selbst entscheiden sollten, wie sie mit den Einnahmen umgehen. 91 Prozent fänden regelmäßige Finanzberichte der Kassen sinnvoll, 86 Prozent gehen sogar noch einen Schritt weiter und fordern eine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Kassenfinanzen.

Damit die Verteilung der Versichertenbeiträge nachvollziehbarer und transparenter wird, wünschen sich 47 Prozent der Befragten, dass auch die Verbraucherzentralen einen Einblick in die finanziellen Prozesse der Kassen bekommen. 45 Prozent gaben an, dass der Bund der Steuerzahler über die Verwendung der Versichertenbeiträge informiert werden solle. Lediglich acht Prozent haben „vollstes Vertrauen“ in die Experten, die aktuell für die Verteilung der Beiträge sorgen.

„Wir können den Wunsch nach mehr Information nur unterstützen“, unterstreicht SBK-Finanzexperte Christian Keutel das Ergebnis der Umfrage. „Die Versicherten vertrauen uns ihr Geld an. Da ist es ihr gutes Recht, Bescheid zu wissen.“