Geldanlage fördert Selbstbewusstsein

Anne Mareile Walter Berater Investmentfonds

Wie sind Frauen in finanzieller Hinsicht aufgestellt? Wie groß ist ihr Risikobewusstsein? Wie wirkt sich das Investieren am Kapitalmarkt auf die Persönlichkeit aus? Diesen Fragen ging nun eine internationale Studie nach.

Anlage Bild: Adobe Stock/lassedesignen

Investierende Frauen sind häufiger bereit, Risiken einzugehen und sehen diese als Chance. Dies ist nur ein Punkt, in dem sie sich von der Gruppe der Sparerinnen unterscheiden. Bild: Adobe Stock/lassedesignen

Wenn es ums Geldanlegen geht, setzen die meisten Frauen trotz Niedrigzinsphase auf kaum verzinste Spareinlagen – in Wertpapiere investieren sie eher selten. Dabei gibt es zwischen der Gruppe der Sparerinnen und der der Anlegerinnen einen wesentlichen Unterschied: Der investierende weibliche Bevölkerungsteil besitzt nach eigenen Angaben ein größeres finanzielles Selbstbewusstsein und infolgedessen ein insgesamt höheres Selbstwertgefühl als die sparenden Frauen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die der Finanzdienstleistungskonzern J.P. Morgan Asset Management unter 4.000 Frauen in zehn europäischen Ländern durchgeführt hat. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 30 und 60 Jahre alt, besaßen Kapitalanlagen oder Ersparnisse und verfügten zudem über ein bestimmtes Mindesteinkommen. 64 Prozent gaben an, Erfahrungen am Kapitalmarkt zu haben.

Finanzplanung nimmt die Scheu vor dem Kapitalmarkt

Als „überdurchschnittlich“ bezeichnete mehr als ein Drittel der Anlegerinnen ihr Selbstwertgefühl, bei den sparenden Frauen gab dies jede Vierte an. „Verschiedene Studien bestätigen einen engen Zusammenhang zwischen finanzieller Sicherheit und allgemeinem Wohlbefinden“, erklärt Pia Bradtmöller, Marketing & PR-Leiterin bei J.P. Morgan Asset Management. Neben dem finanziellen Effekt zahle sich das Anlegen daher „quasi doppelt aus“. Besonders wichtig sei für Frauen die Finanzplanung, denn so könne die Scheu vor dem ersten Schritt an den Kapitalmarkt überwunden werden.   

Auch in diesem Punkt ist die Gruppe der Anlegerinnen den Sparerinnen ein Stück voraus: Mehr als drei Viertel der investierenden Frauen hat nach eigenen Angaben eine detaillierte Planung für die eigenen Finanzen vorgenommen, aber nur jede zweite Sparerin hat für sich einen solchen Plan erarbeitet. Ebenso unterschiedlich fällt der Blick auf die eigene, zukünftige Finanzlage aus: 41 Prozent der Anlegerinnen gehen davon aus, in drei Jahren finanziell besser aufgestellt zu sein. Bei den Sparerinnen sind lediglich 33 Prozent der Ansicht, dass sich die eigene Finanzlage positiv entwickeln wird. Und 17 Prozent der Anlegerinnen schätzen ihre finanzielle Situation trotz Corona besser ein als vor einem Jahr, doch nur elf Prozent der Sparerinnen sind dieser Meinung.  

Eine Lücke zwischen den beiden Gruppen klafft zudem in Bezug auf das Risikobewusstsein. So sind 44 Prozent der Anlegerinnen bereit, bei der Geldanlage Risiken einzugehen und begreifen dies als Chance – doch nur 31 Prozent der Sparerinnen gaben dies in der Befragung an. „Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld ist die Sicherheit von Spareinlagen trügerisch, denn die Inflation entwertet das Geld schleichend“, erklärt dazu Pia Bradtmöller. Daher sei es umso wichtiger, auf Wertpapieranlagen zu setzen. Über langfristige Anlagezeiträume, wie etwa bei der Altersvorsorge, würden sich die Marktschwankungen und das damit verbundene Risiko allerdings aufheben.