Flutkatastrophe: Versicherer schnüren Hilfspakete

Anne Mareile Walter Versicherungen

Nach dem Jahrhundert-Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat die Versicherungsbranche diverse Hilfsaktionen ins Leben gerufen: Von wohltätigen Finanzspritzen bis hin zu Seelsorge-Programmen reicht das Angebot.

Flut Bild: Adobe Stock/lensw0rld

Mit Spendenaktionen und anderen Hilfsmaßnahmen greifen Versicherer den Flutopfern unter die Arme. Bild: Adobe Stock/lensw0rld

Immer mehr Versicherer reagieren mit unterstützenden Maßnahmen auf die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands, indem sie die Schadenregulierung vereinfachen, Mitarbeiter zusammenziehen und Vorauszahlungen leisten. Darüber hinaus greifen einige Assekuranz-Unternehmen mit Spenden und psychologischer Betreuung Betroffenen unter die Arme.

Hilfe in mentaler Überforderungssituation

„Wir sind in unseren Gedanken bei den Opfern und den Angehörigen“, sagt der Gothaer-Vorstandsvorsitzende Oliver Schoeller. Der Versicherer hat jüngst einen Hilfsfonds mit mehr als 500.000 Euro auf die Beine gestellt. 4.125 durch die Flut entstandene Schäden wurden dem Konzern bislang gemeldet, es kommen laufend weitere hinzu. Unter dem Schlagwort Mental-Kompass hat der Versicherer zusätzlich ein Programm aufgelegt, das die Menschen aus den Katastrophengebieten bei psychischen Problemen unterstützen soll. „Wer in dieser mentalen Überforderungssituation Hilfe benötigt, kann hier mit Experten sprechen“, erklärt die Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung, Sylvia Eichelberg.

Psychologische Seelsorge bietet auch die Ergo den Betroffenen an, Vertriebspartner können diese Unterstützung ebenfalls in Anspruch nehmen. Dem Verein „ergo: wir helfen e.V.“ ließ der Versicherer außerdem für die Flutopfer eine Spende zukommen. Das Geld solle „zweckgebunden an förderungswürdige Projekte“ verteilt werden. Mitarbeiter und Vertriebspartner sollen nun Vorschläge für entsprechende Hilfsprojekte einreichen.

Mit einer Finanzspritze greift auch die Canada Life betroffenen Menschen unter die Arme: Ein Hilfspaket von einer Millionen Euro schnürte der Versicherer. Das Geld geht an mehrere bundesweite Hilfsorganisationen sowie an die von der Flut stark beschädigte Stadt Erfstadt und den Kreis Ahrweiler. Mit einer Million Euro greift die Allianz Rettungsorganisationen unter die Arme: Den Betrag teilen sich das Technische Hilfswerk, das Deutsche Kreuz sowie Freiwillige Feuerwehren.

Schäden in Rekordhöhe

Die Nürnberger verzeichnete bislang mehrere tausend Schäden durch die Flutkatastrophe. Eine Übersicht über das gesamte Schadensausmaß werde in einigen Wochen erwartet. Derweil ist bei der R+V eine vorläufige Schadenshöhe bekannt: Bisher gingen bei dem Versicherer durch das Unwetter „Bernd“ 9.545 Schäden in Höhe von 167 Millionen Euro ein. Damit belaufe sich die Gesamtzahl der Elementarschäden im laufenden Jahr auf 82.000 mit einer Schadenssumme von knapp 387 Millionen Euro – eine Größenordnung, wie sie die R+V in ihrer fast „einhundertjährigen Geschichte“ noch nicht erlebt habe, heißt es in einem Presse-Statement.