Bestandsübertragung: „Es gibt bereits mehr als 10.000 Geistermakler“

Detlef Pohl Berater Nachfolgeregelung Versicherungen Top News

procontra: Warum bietet eigentlich kaum ein anderer Anbieter eine 90-Prozent-Verrentung mit Hinterbliebenenschutz?

Henkies: In nur sieben Tagen zum Maklerrentner, lautet unsere Devise. Aber die Bestandsübertragung an sich ist komplex, wir führen mit dem Makler stets eine Machbarkeitsstudie durch, um den Kundenabrieb bereits im Vorfeld zu minimieren. Außerdem unterstützen wir bei der Beschaffung der Daten und der Information an die Kunden – das erfordert technologisches Know-how, das nicht jeder besitzt.

Kanschik: Die Prozesse bei der Bestandsübertragung müssen extrem schlank und automatisiert sein. Die Makler haben unterschiedliche Datenqualität und Strukturen. Wer das alles „händisch“ in ein neues System überführen muss, kann nicht zum Faktor 90 Prozent verrenten. Wir wussten von Anfang an, dass wir brutal effizient sein müssen. Mittlerweile sind unsere Prozesse vollständig erprobt. Es geht aber nicht nur um Optimierung der Datenqualität, sondern auch darum, im Zweifel die richtigen Ansprechpartner bei den Versicherern zu kennen, um Übertragungen anzuzeigen oder zu forcieren.

procontra: Warum kümmern Sie sich so intensiv um Bestandsübertragungen?

Henkies: In den nächsten Jahren wird es keinen Mangel an Maklern geben, die nach einer Nachfolgelösung suchen. Wir schätzen, dass es bereits aktuell mehr als 10.000 „Geistermakler“ gibt, die den Bestand unbetreut auslaufen lassen. Je mehr also in der Öffentlichkeit für geordnete Nachfolgelösungen getrommelt wird, desto besser für uns alle – auch und gerade für die Kunden.

Kanschik: Jedes Jahr wollen hunderte Makler ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen, viele finden keine geeignete Nachfolgelösung und schieben eine Entscheidung vor sich her. In den kommenden Jahren verschärft sich dieses Problem, weil die Generation der Babyboomer ins Rentenalter kommt und die Zahl der freiwerdenden Bestände noch steigt. Schon vor einem Jahr hatten unserem Maklerbarometer zufolge zwei Drittel der Makler im Rentenalter ihre Nachfolge noch nicht geregelt und sahen sich gezwungen, zumindest auf unbestimmte Zeit weiterzumachen.

procontra: Was unterscheidet eigentlich die Rentenmodelle von Policen Direkt und Blau Direkt?

Henkies: In Sachen Erfahrung geht der Punkt an uns, wir sind einfach schon länger im Poolgeschäft tätig und wissen sehr genau, was Makler wollen.

Kanschik: Auch wir haben in fast 20 Jahren ein Netzwerk von knapp 15.000 Vertriebsprofis aufgebaut und sind im Unterschied zu Blau Direkt selbst als Versicherungsmakler tätig. Deshalb sind wir besser geeignet als Nachfolger.

Henkies: Das sehe ich anders, denn auch wir haben eine Zulassung als Makler. Auf diesem Wege betreuen wir schon über viele Jahre hinweg primär unbetreute Kunden und seit einigen Jahren die übernommenen Bestände. Zusätzlich können wir auf ein bundesweites Netz lokaler Makler zugreifen.

Kanschik: Der Makler weiß aber nicht, wer seine Kunden künftig betreuen wird. Das kann ihm bei uns nicht passieren. Außerdem übernehmen wir für ihn die Bestandsübertragung bei den Versicherern und unterstützen ihn aktiv auch bei der Benachrichtigung seiner Kunden. Gerade an dieser Stelle spielt auch die Einhaltung strenger Datenschutzregeln eine große Rolle.

Henkies: Auch wir helfen unseren Maklern, etwa mit der neuen „BÜ-Fibel“. Dieses Nachschlagewerk versetzt jeden in die Lage, seinen Bestand zu übertragen. Interessant: Über unsere Courtagetabellen partizipieren selbst die Maklerrentner an unserem Unternehmenserfolg.

Kanschik: Hier halten wir es für transparenter und fair, dem Makler weiter seine alten Courtagen zu bezahlen.

procontra: Die fairste und ehrlichste Maklerrente reklamiert aber Maxpool für sich, weil man mit allen Zahlen, Fakten und Abläufen sehr transparent umgeht. Ist Ihr Angebot weniger ehrlich und weniger fair als von Maxpool?

Kanschik: Ich glaube, dass weniger oder mehr hier nicht die passenden Kategorien sind. Entweder man ist fair und ehrlich, oder man ist es nicht. Unsere Rentenmodelle erfüllen das zu 100 Prozent. Dazu ist speziell unser Bedingungswerk übersichtlich und klar – es bietet alles auf zwei Seiten und doch Raum für individuelle Vereinbarungen.

Henkies: Zahlreiche Weiterempfehlungen sind Beleg dafür, dass es bis dato keine Fairnesslücke gab. Wir haben uns dafür entschieden, dass ein Versicherungsmakler damit rechnen kann, was er an uns überträgt und auf Variablen in der Rechnung verzichtet, die keiner vorausschauen kann. Eine aktive Betreuung sollte Standard sein, alles andere zerstört das Lebenswerk des Maklers.

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