Bayerische hält Riester die Treue

Martin Thaler Versicherungen Berater

Wie geht es mit der Riester-Rente weiter? Bei vielen Versicherern wird derzeit emsig gerechnet, ob und wie die Riester-Rente auch im kommenden Jahr weiter angeboten werden kann. Bei der Bayerischen scheint eine Entscheidung bereits getroffen.

Martin Gräfer Bild: Bayerische

Die Bayerische um Vorstand Martin Gräfer (Bild) will auch im kommenden Jahr ein Riester-Produkt anbieten. Bild: Bayerische

Die Riester-Rente kämpft immer stärker mit einem nachlassenden Neugeschäft: Im vergangenen Jahr wurden laut aktuellen Zahlen des GDV-Branchenverbandes insgesamt noch rund 277.000 Versicherungsverträge neu abgeschlossen – 5,5 Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr und gegenüber 2010 (982.000 Verträge) gerade noch einmal gut ein Viertel des damaligen Neugeschäfts.

2022 könnte das Neugeschäft dann regelrecht implodieren: Durch die Senkung des Höchstrechnungszinses auf 0,25 Prozent zu Beginn des kommenden Jahres und dem Festhalten an der hundertprozentigen Beitragsgarantie drohe der Riester-Rente das Aus, hatten bereits im Frühjahr Versicherungsaktuare gewarnt. „Bereits heute bieten die Banken keine Riesterprodukte mehr an, die Fondsgesellschaften steigen zunehmend aus und laut Daten der Ratingagentur Assekurata bieten auch bereits 40 Prozent der Lebensversicherer keine Riesterrente mehr an“, mahnte der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung, Guido Bader. Weitere Anbieter, wie beispielsweise die DWS, folgten dieser Entwicklung. Andere Versicherer überlegen derzeit noch, ob sie an der Riester-Rente festhalten wollen.  

Riester-Rente nur noch als Netto-Tarif?

Mit der Bayerischen hat nun ein Versicherer bekannt gegeben, auch im kommenden Jahr weiter die Riester-Rente anbieten zu wollen. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage von procontra. Unklar ist dabei allerdings noch, in welcher Form das geschehen soll. So sehe momentan alles danach aus, dass der Versicherer die Riester-Rente ab 2022 nur noch als Nettotarif anbieten möchte.  

Verabschieden wird sich der Versicherer hingegen von der 100-Prozent-Beitragsgarantie in der betrieblichen Altersversorgung. So werde bei der „Garantierente Zukunft“ ab kommendem Jahr die Garantie auf 80 Prozent reduziert. Auf diese Weise könne wieder mehr Guthaben in die renditeträchtigere freie Fondsanlage fließen, teilt der Versicherer mit. Auch andere Versicherer, unter ihnen die Allianz, hatten in den vergangenen Tagen mitgeteilt, zukünftig auf die Zusageart der beitragsorientierten Leistungszusage zu setzen, bei der das Garantieniveau flexibel gestaltet werden kann.  

Im Gegensatz zu manch anderem Versicherer will die Bayerische jedoch in diesem Jahr an der 100-Prozent-Beitragsgarantie in der betrieblichen Altersversorgung festhalten. „Obschon wir gerade auch in der Altersvorsorge offensiv Lösungen und Produkte empfehlen, die mehr Chancen und damit höhere Renditen auch ohne Garantie bieten, werden wir hier verlässlich bleiben“, erklärte Bayerische-Vorstand Martin Gräfer.

Einen ähnlichen Schritt hatte jüngst auch die HDI bekannt gegeben. „Wir denken, dass diese Entscheidung vom Markt goutiert wird und wir ein Jahresendgeschäft erwarten können“, erklärte hierzu Vorstand Fabian von Löbbecke.