bAV-Portale: eVorsorge verwaltet nun auch Fremdverträge

Detlef Pohl Digital Berater Top News Meistgeklickt

Arbeitgeber entscheidet selbst über weitere Services

Personen- und Vertragsdaten können durch den Arbeitgeber via Schnittstelle in das eVorsorge-Portal eingespielt werden – für den Arbeitgeber kostenfrei. Arbeitgeber können aber auch selbst weitere Benutzer im Portal anlegen und somit beispielsweise spezialisierte Dienstleister mit der Pflege und Aktualisierung der Daten oder der Meldung von Änderungen an den jeweiligen Versicherer beauftragen, so Huber weiter.

Zu den Details hakte procontra nach. „Das Fremdvertragsmodul ist nur für Versicherer relevant, die eVorsorge als bAV-Arbeitgeberportal einsetzen“, sagt Huber. Aus Sicht eines bAV-Maklers bietet sich im Prinzip jedoch eine kostenlose Möglichkeit, seinen Firmenkunden über den Versicherer moderne bAV-Arbeitgeberportale und in Bezug auf den bereitstellenden Versicherer auch entsprechend servicierte Verträge anzubieten, denkt Huber weiter. „Da der Arbeitgeber selbst weitere Zugänge zum Portal anlegen kann, hätte ein bAV-Makler die Möglichkeit, dem Arbeitgeber den vollen Service anzubieten, der auch die Einspielung der Fremdverträge und Dokumente sowie deren Aktualisierung umfasst“, so Huber.

Elf Versicherer bis Ende 2021 im Boot

Welche Versicherer den neuen Service nutzen, wollte Huber noch nicht sagen. „Zum Jahresende könnte das Fremdvertragsmodul bei elf Versicherern zum Einsatz kommen“, so der Chef der Softwareschmiede. Einige Versicherer dürften ihre neuen Angebote zeitlich in Richtung der DKM 2021 vorstellen.

Das Fremdvertragsmodul gehöre zum Auslieferungsstandard für Versicherer. Daher entstünden dem Versicherer keine zusätzlichen Kosten - und somit auch nicht dem Arbeitgeber. Auch für einen Berater/bAV-Makler, der vom Arbeitgeber einen Zugang zum bAV-Arbeitgeberportal erhält, entstehen laut Huber keine Kosten.

Bekanntlich sei die Aktualisierung der Daten, Hinterlegung von Dokumenten sowie das Handling von Geschäftsvorfällen eine Herausforderung. „Wir bieten potenziellen Partnern daher demnächst an, dies über eine Dienstleistungstochter zu buchen“, so Huber. Das Preismodell hänge stark vom Digitalisierungsgrad des jeweiligen Versicherers ab und dürfte nach ersten Marktanalysen in einer Bandbreite von ein bis zehn Euro netto pro Jahr und Vertrag bewegen.

Die bekanntesten Portale

Laut der Umfrage „Betriebliche Altersversorgung 2020" der BBG Betriebsberatung unter 308 Maklern und Mehrfachagenten kennen sowie 82,1 Prozent Xempus, 52 Prozent das Allianz-Portal Firmen-Online, 26,6 Prozent eVorsorge und 24,3 Prozent ePension. Tatsächlich genutzt werden von den genannten Portalen ganz überwiegend Xempus (60 Prozent) und Firmen-Online (42 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Makler können bei Versicherern schon länger auf digitale Plattform-Lösungen im Vertrieb bauen. Beim HDI kooperiere man seit längerem mit den besten Anbietern des Marktes, so Talanx-bAV-Vorstand Fabian von Löbbecke. Namentlich nennt Löbbecke Xempus und eVorsorge. Aktuell sei ein Feature mit Listenanmeldungen für Berater sowie elektronischer Signatur bei Xempus freigeschaltet worden.

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