Vorsicht vor dem Impfpass-Schnappschuss

Martin Thaler Panorama

Auch wenn die Versuchung groß sein mag: Fotos des eigenen Impfpasses sollten nach erfolgreicher Covid-Vakzination nicht in den sozialen Netzwerken gepostet werden, warnt nun eine Krankenkasse. Fälscher haben sonst leichtes Spiel.

Impfpass Bild: Adobe Stock/janvier

Fälscher wittern bei Impfpässen ein gutes Geschäft. Bild: Adobe Stock/janvier

Wer die Hoffnung farblich zum Ausdruck bringen möchte, wählt hierfür in der Regel grün. Ein sattes Grün wird mit dem Aufblühen der Natur nach einem trist-grauen Winter in Verbindung gebracht, es symbolisiert Leben, Zufriedenheit und eben Hoffnung auf eine positive Zukunft.  

Derzeit scheint die Lehre der Farbsymbolik jedoch ein wenig auf den Kopf gestellt: Die Hoffnung auf ein besseres, zumindest aber angenehmeres Leben wird derzeit eher mit der Farbe Gelb assoziiert – der Farbe des Impfpasses. Wer in dem kleinen gelben Büchlein eine vollständige Impfung gegen Covid-19 vorweisen kann, genießt deutliche Regelerleichterungen, beispielsweise im Hinblick auf Kontaktbeschränkungen oder das Reisen in fremde Länder.  

Impfausweis für 50 Euro

Entsprechend beliebt ist ein solcher Nachweis – vor allem, da immer noch viele Menschen auf einen Impftermin warten. Fälscher wittern hier das große Geschäft: Wer sich einmal die Mühe macht, den Messenger-Dienst Telegram zu durchforsten, stößt hier auf eine Vielzahl entsprechender Angebote. Im Kanal „Impfausweis kaufen“ werden angebliche Originaldokumente mit Stempel, Sticker und Unterschrift für 50 Euro feilgeboten. Wer gleich mehrere kauft, kann mit günstigeren Stückpreisen rechnen, „große Mengen möglich“, verspricht der Kanalbetreiber.  

Vielfach wird es den Fälschern dabei aber auch sehr leicht gemacht. So stellen viele Geimpfte offenbar im Überschwang der Erleichterung Selfies von sich und ihrem Impfpass ins Internet. Das ist nicht nur narzisstisch, sondern vor allem auch leichtsinnig, warnte nun Frank Liedtke, Geschäftsführer der Barmer Krankenkasse gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Die Daten, wie die Chargennummer des Impfstoffes oder Stempel der Arztpraxis, können von Fälschern missbraucht werden“.  

Auch wenn die Versuchung groß erscheinen mag, seine Freude nach außen zu tragen – in diesem Fall empfiehlt es sich eher, sich nach innen zu freuen.