Von Hamburg lernen – Wohnungspolitik als Chefsache!

Gastkommentar Sachwerte von Dr. Andreas Mattner

Die Mietpreise steigen deutschlandweit – besonders in Berlin. Doch statt hier auf Überregulierung und Enteignungen zu setzen, plädiert Dr. Andreas Mattner, Präsident des zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), dafür, mit der Immobilienwirtschaft bei der Lösung des Problems zusammenzuarbeiten. Ein Kommentar.

Dr. Andreas Mattner, Bild: ZIA

Dr. Andreas Mattner ist Präsident des zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) ?

Der ZIA hat kürzlich eine Studie beim Hamburger F+B-Institut in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, die Wohnungspolitik von Berlin und Hamburg miteinander zu vergleichen. Gegenüber Hamburg weist Berlin schneller steigende Angebotsmieten, höhere Neubaumieten, einen immensen Baurückstand, eine mobilitätshemmende niedrigere Leerstandsquote, eine höhere Mietbelastungsquote und zuletzt deutliche Rückgänge beim Mietangebot auf. Dieses Ergebnis überrascht nicht, der Berliner Mietendeckel ist nur eine der Ursachen hierfür. Vor allem gilt Wohnungsbau als „Chefsache“ in Hamburg, bekommt somit also eine ganz andere Relevanz. Im Endeffekt hat Hamburg den Mietpreisanstieg nahezu vollständig abgebremst und dass ganz ohne Mietendeckel-Experimente.

Als Immobilienwirtschaft sind wir ein Teil der Lösung und nicht des Problems, 95 Prozent der in Deutschland neu geschaffenen Wohnungen werden durch private Investitionen ermöglicht. Das kann der Staat niemals auffangen, selbst wenn die kommunalen Unternehmen inzwischen selbst deutlich mehr bauen. Es braucht Neubau in allen Preiskategorien und auch neue Eigentumswohnungen. Die Debatte wie in Berlin immer nur auf günstige Mietwohnungen verengen zu wollen, wird der Stadtgesellschaft nicht gerecht, wie die stark steigenden Preise für Eigentumswohnungen zeigen.

Ich kann der Berliner Politik nur zurufen: Beenden Sie ihren Irrweg, der auf Enteignungen und Überregulierungen setzt. Kommen sie an den Verhandlungstisch, ich bin überzeugt wir finden eine Lösung. Nicht nur für den Neubau von Wohnungen, auch für die ambitionierten Klimaschutzziele im Gebäudesektor. Wir, die Immobilienwirtschaft, stehen als starker Partner für den Dialog bereit!