Urlaubstrend Wohnmobil: „Transporte auf Fähren mitversichern“

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Statt auf All-Inclusive setzen in der Pandemie immer mehr Menschen beim Reisen aufs Wohnmobil. Die R+V Versicherung zählte 2020 fast 20 Prozent mehr versicherte Camper als im Vorjahr. Dabei müssen Berater in puncto Versicherungsschutz einige Punkte beachten. Was genau – darüber sprach procontra mit dem Versicherungsmakler Martin Hacker von „transparent-beraten.de“.

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Ein zusätzlicher Schutzbrief und andere Schadensfreiheitsklassen als normale Pkw: Versicherungsmakler Martin Hacker erklärt die Besonderheiten beim Versicherungsschutz für Wohnmobile. Bild: Privat

Procontra: Durch die Corona-Krise steigt die Zahl der Neuzulassungen von Wohnmobilen und dementsprechend auch der Bedarf an Versicherungsschutz. Worauf ist beim Abschluss einer Kfz-Versicherung für Camper zu achten? 

Martin Hacker: Beim Abschluss einer Kraftfahrzeugversicherung für Wohnmobile sollte man auf bestimmte Leistungen im Tarif achten, wie etwa die sogenannte Mallorca-Deckung. Kommt es im europäischen Ausland zu einem Schaden, werden die Versicherungssummen auf das in Deutschland geltende Niveau angehoben. Dies hat für den Wohnmobil-Besitzer den Vorteil, dass keine Unterversicherung droht.

Auch ein Schutzbrief ist hilfreich. Ein zusätzlicher Schutzbrief im Rahmen der Kfz-Versicherung für Wohnmobile stellt sicher, dass man bei Pannen und Unfällen ausreichend abgesichert ist. Der Versicherer übernimmt dann beispielsweise das Abschleppen, den Rücktransport sowie Übernachtungs- und Fahrtkosten. Solche Schutzbriefleistungen können als Ergänzung zur Kfz-Haftpflicht oder teilweise auch über Automobilclubs abgeschlossen werden. In Bezug auf Unfälle im Ausland kann als Ergänzung auch eine Ausland-Schadenschutzversicherung abgeschlossen werden. Diese sorgt dafür, dass Unfälle nach den Regeln der deutschen Kfz-Versicherung abgewickelt werden. Wohnmobil-Fahrer sollten jedoch darauf achten, in welchen Ländern eine solche Zusatzversicherung gültig ist.

Gut ist es auch, wenn man Transporte auf einer Fähre mitversichert. Dies kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn Schäden entstehen, weil das Schiff strandet oder kollidiert.

Procontra: In welchen Punkten unterscheidet sich der Versicherungsschutz im Vergleich zu einer üblichen Kfz-Versicherung?

Martin Hacker: Es gibt einen nennenswerten Unterschied in Bezug auf die Schadensfreiheitsklassen: Die Einstufung in die Schadensfreiheitsklasse erfolgt bei vielen Versicherern für Campingfahrzeuge nur bis zur SF-Klasse 20. Eine höhere Rabattierung durch weitere schadenfreie Jahre erfolgt hier nicht – in der normalen Kfz-Versicherung kann diese theoretisch bis zur SF-Klasse 45 gehen.

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