Steuerreform: Diese Ersparnisse sehen die Wahlprogramme der Parteien vor

Florian Burghardt Berater

Zur Bundestagswahl sehen die Programme von Union, SPD, FDP, Grünen und Linken auch Reformen bei der Einkommenssteuer vor. Wie viel mehr oder weniger Steuern Gering-, Durchschnitts- und Topverdiener zahlen sollen, hat eine Studie ausgerechnet.

Egal ob Single oder Familie, egal ob Geringverdiener oder sechsstelliges Einkommen: Die FDP will alle Bürger steuerlich entlasten. Bild: Pixabay/Bru-nO

Egal ob Single oder Familie, egal ob Geringverdiener oder sechsstelliges Einkommen: Die FDP will alle Bürger steuerlich entlasten. Bild: Pixabay/Bru-nO

Die Bundestagswahl am 26. September rückt näher. Die großen Parteien – ganz frisch auch CDU/CSU – haben mittlerweile ihre Wahlprogramme vorgelegt. In diesen lassen sich überwiegend auch Pläne für eine Reform der Einkommenssteuerregelung finden. Doch was sollen diese eigentlich konkret bei den Bürgerinnen und Bürgern bewirken? Wie viel mehr oder weniger Netto vom Brutto würde Gering-, Durchschnitts- und Topverdienern durch eine Reform tatsächlich bleiben? Welche Unterschiede gibt es zwischen Familien mit Kindern, Singles und anderen Konstellationen?

Dieser Fragen hat sich ganz aktuell das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IWK) angenommen und die verschiedenen Reformpläne von CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken miteinander verglichen. Daraus ergibt sich unter anderem, dass alle genannten Parteien die Bezieher geringer (25.000 Euro brutto jährlich) und mittlerer Einkommen (50.000 Euro brutto jährlich) steuerlich entlasten wollen. Die genauen Werte für alle Konstellationen zeigt die untenstehende Tabelle. Diese basieren teilweise auch auf Interpretationen des IWK.

FDP will massive Steuersenkungen für alle

Beispielsweise würden Singles mit geringem Einkommen nach den Plänen der Linken 1.074 Euro weniger Steuern im Jahr zahlen. Knapp 300 Euro mehr Netto hätte diese Einkommensklasse nach dem Willen der Union in der Tasche, während die SPD sie nur um 64 Euro entlasten will. Einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem Gesamthaushaltseinkommen von 80.000 Euro blieben zum Beispiel mit der Union 1.080 Euro mehr Netto übrig und mit der FDP sogar 3.696 Euro. Alleinerziehende sollen nach dem Willen aller Parteien steuerlich entlastet werden, außer sie verfügen über ein sehr hohes Einkommen (150.000 Euro brutto jährlich). Dann dreht sich bei SPD, Grünen und Linken der Spieß um. Der Studie zufolge würde die Linke dann eine um 6.377 Euro höhere Steuerlast vorsehen.

Bei den Topverdienern ab 150.000 Euro verfolgen die Parteien unterschiedliche Strategien. Während SPD, Grüne und Linke wohlhabende Singles und Alleinerziehende steuerlich mehr in die Pflicht nehmen wollen, setzen FDP und Union bei ihnen auf Vergünstigungen. Generell wollen die Liberalen und die Union Topverdiener in allen Konstellationen steuerlich entlasten. Besonders massive Steuersenkungen sieht dabei die FDP vor. Die Liberalen wollen erreichen, dass allen Menschen in sämtlichen Lebenssituationen und mit jeglichem Einkommen mehr Netto bleibt. Der Spitzensteuersatz solle demnach erst ab 90.000 Euro greifen (aktuell rund 58.000 Euro).

Doch wie soll das alles finanziert werden? Der Zeitung taz hatte IWK-Studienautor Martin Beznoska erklärt, dass dem Bund durch die Pläne der FDP zunächst bis zu 60 Milliarden Euro Steuereinnahmen fehlen würden. Über die damit bezweckten positiven Wachstumswirkungen könnte ein Teil davon jedoch mittelfristig wieder zurückfließen, so Beznoska.