PKV: Diese Trends beeinflussen das Geschäft

Florian Burghardt Berater Versicherungen

Welche Entwicklungen die private Krankenversicherung aktuell bestimmen und welche in den nächsten Jahren zu erwarten sind, hat Assekurata in ihrem Marktausblick erörtert. Einige der Punkte sind auch als Hintergrund für die PKV-Beratung sinnvoll.

Der Assekurata-Marktausblick stellt einige Trends heraus, die auch bei der PKV-Beratung nützlich sein können.

Der Assekurata-Marktausblick stellt einige Trends heraus, die auch bei der PKV-Beratung nützlich sein können. Bild: Pixabay/voltamax

Ob die von den Grünen forcierte „Bürgerversicherung light“ oder sogar eine ganz andere Variante neben PKV und GKV – über die Zukunft der privaten Krankenversicherung wird weiter viel diskutiert. Als relativ sicher erachten die Analysten der Ratingagentur Assekurata, dass sich die zuletzt deutlichen Beitragsanpassungen (BAP) in den nächsten Jahren fortsetzen werden. Das schreiben die Kölner in ihrem aktuellen Marktausblick PKV 2021.

Aus diesem geht auch hervor, dass die betriebliche Krankenversicherung (bKV) weiterhin enormes Absatzpotenzial bietet. Erstmals stehen nun über einer Million Arbeitnehmern Zusatzleistungen aus Verträgen zur Verfügung, die ihre Arbeitgeber kollektiv für sie abgeschlossen haben. Die Assekurata-Studie gibt außerdem Einblick in weitere Trends, die sich derzeit innerhalb der PKV entwickeln. Manche davon sind ganz frisch von der Corona-Pandemie beeinflusst, andere haben schon vor einigen Jahren begonnen, gewinnen aber vor dem Hintergrund der Krise weiter an Fahrt:

„One-Man-Show“ der Debeka
Die Debeka ist der unangefochtene Platzhirsch in der privaten Krankenvollversicherung. Laut Schätzungen von Assekurata beträgt ihr Anteil aktuell 28,4 Prozent der 8,72 Millionen Vollversicherten. Mehr als drei Viertel des Marktes würden auf nur zehn Anbieter entfallen. Allerdings zeigt sich auch hier die Marktmacht der Debeka: Während die Koblenzer im Vergleich zu 2018 als einziges Unternehmen beim Marktanteil wachsen konnten (+0,4 Prozentpunkte), verloren acht Konkurrenten Anteile. Lediglich die Continentale konnte ihren halten (4,7 Prozent). Assekurata erklärt auch, dass in der Vollversicherung lediglich der Beihilfe-Bereich (also Beamte) eine positive Nettozuwachsrate bei den versicherten Personen aufweist. Das kommt der Debeka als traditionellem Beamtenversicherer zugute.

Zinssenkung stabilisiert private Krankenversicherer
Die Niedrigzinsphase geht nicht nur zu Lasten der Lebensversicherer, auch die PKV-Anbieter müssen Zinsanforderungen erfüllen. Laut Assekurata liegt der durchschnittliche Rechnungszins für die Alterungsrückstellungen der Versicherten mittlerweile bei 2,66 Prozent. Die Unternehmen haben diesen in den letzten acht Jahren, bei durchschnittlich 3,5 Prozent beginnend, sukzessive abgesenkt. Das macht ein dauerhaftes Niedrigzinsumfeld für die PKV-Anbieter ökonomisch tragbar, heißt es. Allerdings: Wenn die Alterungsrückstellungen geringer verzinst werden, wird im Umkehrschluss mehr Geld aus laufenden Beiträgen benötigt, was in den nächsten Jahren Beitragserhöhungen vorantreiben wird.

Seite 1: Debekas Sogwirkung und sinkender Rechnungszins
Seite 2: Corona treibt Krankentagegeld; Tarifwechsel; Zusatz-Boom