Online-Beratung gewinnt immer mehr Fürsprecher

Martin Thaler Berater

Ob analog auf dem Sofa des Kunden oder digital am Bildschirm – für immer mehr Kunden gibt es qualitativ bei der Beratung zwischen on- und offline keinen Unterschied mehr. Digital aufgestellte Makler können somit stark profitieren.

Online-Beratung Bild: Pixabay/Pexels

Digital oder analog? Für viele Kunden macht das qualitativ längst keinen Unterschied mehr. Bild: Pixabay/Pexels

Digitale Beratung war im vergangenen und Anfang dieses Jahres das Gebot der Stunde: Aufgrund von Kontaktbeschränkungen mussten viele Versicherungsvermittler ihre Beratung in den Video-Chat verlagern, wollten sie weiter mit ihren Kunden kommunizieren. Wer dabei befürchtet hat, Kunden mit dieser Beratungs-Verlagerung zu verlieren, sei beruhigt:  

Ein Großteil der Kunden scheint die Beratung per Video als qualitativ gleichwertig im Vergleich zum analogen Besuch beim Versicherungsvermittler einschätzen. Dies legt zumindest die „Digitization Study 2020“ des Beratungshauses EY Innovalue nahe, für die im vergangenen Dezember insgesamt 3.000 Endkunden befragt wurden. Gemäß dieser Umfrage sehen 70 Prozent zwischen der Online- und Offline-Beratung keine Unterschiede.  

Die hohe Zustimmung für die Online-Beratung liegt auch in der Corona-Pandemie begründet – denn über die Hälfte der Befragten gab an, während des vergangenen Jahres erstmals ein Beratungsgespräch per Teams, Zoom und Co. durchgeführt zu haben. Insbesondere jüngere Kunden scheint dies überzeugt zu haben: 40 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 39 erklärten, dass sich während der Covid-19-Krise ihre Einstellung gegenüber Videoberatungen weiter verbessert habe – bei den Über-40-Jährigen waren es nur 23 Prozent.  

Makler, die frühzeitig auf Video-Beratung gesetzt haben, stießen laut Studie bei ihren Kunden im Bezug auf den neuen Kanal nicht nur auf größere Akzeptanz, sondern auch auf ein höheres Absatzpotential. Denn viele Kunden haben die Pandemie als Anlass genommen, sich über ihren eigenen Versicherungsschutz Gedanken zu machen. „Wichtigster Grund dürfe das in Krisenzeiten wachsende Bedürfnis sein, sich gegen gegenwärtige Risiken abzusichern – insbesondere im Bereich eigener Lebensrisiken“, sagt Johannes Schmidt, Director bei EY Innovalue.

Versicherern, aber auch Maklern, die das erhöhte Risikoempfinden ihrer Kunden registrierten und digitale Beratung ermöglichten, böten sich hier Chancen zur weiteren Kundenbindung, aber auch zu einem Plus bei den Abschlusszahlen. „Chancen liegen hierbei wegen des gesteigerten Gesundheitsbewusstseins der Menschen insbesondere im Bereich der Biometrie und sicher auch in der Krankenzusatzversicherung“, führt Schmidt weiter aus.