LV-Wiederanlage: Makler als Tippgeber für Vermögensverwalter

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache

„Das Maklerhaus Global Finanz AG Finanz- und Vermögensplanung wiederum setzt auf die White-Label-Variante für digitale Vermögensverwaltung der V-Bank, der Depotbank vieler Vermögensverwalter, die dies in Verbindung mit zwei Vermögensverwaltern anbietet“, berichtet Corinna Geser, Geschäftsführerin der V-Check. Diese 100-Prozent-Tochter der V-Bank betreibt die White-Label-Variante.

„Im Mittelpunkt dieser digitalen Vermögensverwaltung, die bereits ab 25.000 Euro Vermögen möglich ist, stehen Strategieportfolios namhafter unabhängiger Vermögensverwalter, die Depots aus Aktien, ETFs und Fonds auf Einzeltitelbasis zusammenstellen“, erläutert Geser.

Kooperation mit Vermögensverwalter gut für Kunde und Makler

Im Gegensatz zu einer Fondslösung erhält der Anleger sein eigenes Depot. Er sieht also jederzeit, auf welche Werte der Vermögensverwalter setzt. Die Kostenstruktur sei transparent und könne aus Kundensicht mit Angeboten von Banken und Sparkassen „mehr als konkurrieren“, so Geser.

Der Vermögensverwalter mit Lizenz nach Paragraf 32 KWG berät in dieser Konstruktion offiziell die Kunden. Der Makler, der beispielsweise ein Strategiedepot für die Ruhestandsplanung seines Kunden sucht, kann über die Plattform www.v-check.de Zugang zu mehr als 100 Strategien von rund 40 Anbietern bekommen. Das Prinzip, dies ohne 34er-Zulassung zu tun, ist rechtens, sagt der Europäische Gerichtshof.

Tippgeberprovision und Bestandslenkung

Wird er fündig, erhält er vom auserwählten Vermögensverwalter eine Provision als Tippgeber. Wie hoch die ausfällt, wollen V-Bank und V-Check auf Nachfrage von procontra nicht konkret angeben. „Der Zuführer verhandelt direkt mit dem Vermögensverwalter die Höhe und Zahlungsweise der Tippgeberprovision, die der Vermögensverwalter meist aus seinem Honorar bestreitet, das in der Regel zwischen 1,0 und 1,5 Prozent netto liegt“, heißt es auf Anfrage.

Sein Honorar rechnet der Vermögensverwalter vierteljährlich ab. „Für den Tippgeber ist eine einmalige als auch eine regelmäßige Zahlung denkbar“, so Geser. Letztere biete die Chance, von späteren Aufstockungen und Kurserfolgen dauerhaft zu profitieren. „Der Zuführer kann seine Versicherungsbestände damit aus der Beitragsphase heraus in eine dauerhafte Kapitalanlage und Ertragsbasis für sich überführen“, nennt sie einen entscheidenden Mehrwert für den Makler.

Eigene White-Label-Website für Strategieportfolios

Eine eigene White-Label-Website des Maklers könne der Ausgangspunkt zum Angebot von Strategieportfolios sein. „Die Gestaltung der Startseite bleibt dem jeweiligen Finanzmakler überlassen“, so Geser. Über die integrierte White-Label-Seite könne sich der Mandant später mit seinem Kunden-Login jederzeit über den aktuellen Stand seiner Investition informieren, das Depot aufstocken oder – bei Bedarf – auch wieder Anteile verkaufen.

Der Makler wiederum behält seinen Kunden, bietet dabei neue Anlagemöglichkeiten, schafft voll digitale Abwicklung ohne Kosten für die Implementierung und hat sein Netzwerk durch einen unabhängigen, spezialisierten Partner erweitert. V-Check wirbt auch mit der Weitergabe von Muster-Tippgeberverträgen, gab jedoch auf Nachfrage kein Muster heraus, weil man „keine Rechtsberatung leistet“. Auch da sei der Vermögensverwalter „erster Ansprechpartner“. Das verwundert, da somit der potenzielle Vertragspartner den Vertragsinhalt vorgeben würde.

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