Kfz-Haftpflichtversicherung: So geht der Kunde im Schadensfall leer aus

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Wer in einen Unfall verwickelt ist, sollte die daraus resultierenden Schäden möglichst umfänglich regulieren. Sonst droht er im Fall eines weiteren Unfalls leer auszugehen, zeigt ein aktuelles Urteil.

Unfall Bild: Pixabay/MichaelGaida

Wer Vorschäden nicht reguliert, droht beim nächsten Unfall leer auszugehen. Bild: Pixabay/MichaelGaida

Nach einem Unfall gilt es, die entstandenen Schäden möglichst umfänglich beheben zu lassen – sonst droht man, im Fall eines erneuten Unfalls leer auszugehen. Dies unterstreicht nun ein Urteil des Landgerichts Frankenthal (1 O 4/20).

Was war passiert?  

Bei einem Ausflug nach Ludwigshafen parkte eine Frau aus Mannheim ihr Auto ordnungsgemäß. Ein anderer Autofahrer bewies beim Ausparken hingegen weniger Geschick und beschädigte hierbei das Heck der Mannheimerin. Ein klarer Fall für die Haftpflichtversicherung.  

Die Frau ließ daraufhin von einem Privatgutachter die Höhe der Reparaturkosten ermitteln – dieser kam auf einen Betrag von 5.000 Euro, die die Frau von der gegnerischen Haftpflichtversicherung einforderte. Diese stellte aber die Höhe des entstandenen Schadens in Abrede, so dass der Fall vor Gericht landete.  

Die Entscheidung  

Der vom Gericht beauftragte Gutachter stellte Schäden – unter anderem Kratzer in unterschiedliche Richtungen – fest, die sich nicht mit dem Unfallhergang in Einklang bringen ließen. Zudem gab es Schäden in Bereichen des Autos, die überhaupt nicht vom Zusammenstoß betroffen gewesen waren. Der Sachverständige stellte somit fest, dass nicht jeder von der Frau angegebene Schaden auf den besagten Unfall zurückzuführen sei.  

Für das Gericht stand darauf fest, dass die Frau gelogen hatte. Entgegen ihrer Behauptungen hatte sie die Schäden aus einem weiter zurückliegenden Unfall nicht ordnungsgemäß beheben lassen. Da sich nicht eindeutig feststellen lasse, welcher Schaden aus welchem Unfall resultiere, muss die Haftpflichtversicherung gar nichts zahlen, so das Gericht.  

Noch ist die Entscheidung allerdings nicht rechtskräftig.