Jugendliche wünschen sich mehr Finanzbildung

Anne Mareile Walter Berater

Ein Großteil der jungen Menschen in Deutschland fühlt sich in der Schule zu schlecht über den Umgang mit Geld, über Anlageformen oder zur Rentenversicherung informiert. Trotz Corona schätzen sie die eigene finanzielle Situation aber positiv ein.

Jugendliche Bild: Adobe Stock/motortion

Ein Großteil der Jugendlichen möchte in der Schule mehr zu den Themen Geld und Finanzen erfahren. Berater könnten bei dieser ZIelgruppe punkten. Bild: Adobe Stock/motortion

Durch die Pandemie kommen fast alle Jugendlichen in Deutschland aktuell gut mit ihrem Geld aus – vor allem für Urlaubsreisen, Kleidung oder Freizeitaktivitäten gaben die meisten von ihnen weniger aus als sonst. Auf der anderen Seite sind aber auch neun von zehn jungen Menschen der Ansicht, dass in der Schule über die Themen Geld und Finanzen ausführlicher informiert werden müsse. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Schufa in Auftrag gegebene Studie, bei der 1.000 junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren sowie zum Vergleich 500 Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren befragt wurden.

Mehr Ausgaben für Streaming und Spiele-Apps

„Gerade junge Menschen mussten in der Pandemie zahlreiche Entbehrungen und Einschränkungen hinnehmen“, erklärte Schufa-Vorstand Ole Schröder. „Jetzt sehen sie aber wieder Licht am Ende des Tunnels.“ Einen Mini- oder Nebenjob hatten 2021 nur 30 Prozent der Jugendlichen – 2018 war dies noch bei 42 Prozent der Fall gewesen. In der aktuellen Befragung gaben trotzdem 92 Prozent an, jetzt „gut“ oder sogar „sehr gut“ mit ihren Finanzen auszukommen. Dies hatten 2018 lediglich 82 Prozent von sich behauptet. Laut Schufa-Vorstand Schröder liege dies daran, dass die jungen Leute pandemiebedingt eben weniger Geld ausgegeben hätten. Jeder Fünfte investierte seit Pandemiebeginn beispielsweise mehr in Sparanlagen. An anderer Stelle griff die junge Generation aber auch tiefer in die Tasche: 30 Prozent der Befragten blätterten mehr Geld für Streaming-Plattformen, Filme, Serien, Computer-Spiele, Online-Sportkurse oder Spiele-Apps hin.

Trotz der insgesamt als gut beurteilten finanziellen Situation betrachteten sich die jungen Menschen aber als weniger „finanzkompetent“ und gaben sich diesbezüglich im Schnitt die Note 3,3 – in den vorangegangen drei Jahren hatten sie sich noch mit 3,1 benotet.  

"Expertise finden ohne selbst Experte zu werden"

Auch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) beschäftigte sich mit der Finanzbildung von Jugendlichen. Junge Menschen müssten lernen, wie man „Expertise findet, ohne selbst Experte werden zu müssen“, heißt es darin. Dabei könnten Verbraucherzentralen, Lehrer oder unabhängige Experten unterstützen. Wenn jungen Leuten so die Recherche und Bewertung von Informationsquellen an die Hand gegeben würde, seien sie schließlich in der Lage, selbst finanzielle Entscheidungen zu treffen.