Immobilienverkauf: Wo ein Käufer schnell gefunden ist

Anne Mareile Walter Sachwerte

Wer eine Wohnung verkaufen möchte, muss in einigen Regionen Deutschlands nicht lange auf einen Käufer warten. In anderen Regionen scheint hingegen Geduld gefragt.

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Vor allem im Süden Deutschlands entschieden sich 2020 viele Menschen schnell für den Erwerb einer Immobilie. Karlsruhe gehörte zu den Standorten, die offenbar besonders beliebt waren. Bild: Adobe Stock/TMC-Fotografie.de

Die Preise für Immobilien steigen und steigen – trotzdem scheint die Nachfrage potentieller Käufer nicht abzunehmen. Laut einer Untersuchung des Immobilienportals Immoscout stieg die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Eigentumshäuser wurden um 65 Prozent häufiger nachgefragt.

Wer sich angesichts der stark gestiegenen Immobilienpreise entscheidet, seine Immobilien zu Geld machen, bekommt in einigen Regionen sein Haus oder seine Wohnung regelrecht aus der Hand gerissen. So lag in Karlsruhe, Bamberg und Hof die durchschnittliche Inserat-Laufzeit für zu verkaufende Wohnimmobilien bei gerade einmal 16 Tagen, bevor die Verkäufer die Anzeigen wieder aus dem Netz nahmen.  

Auch im niedersächsischen Oldenburg (19 Tage), Heidelberg (20) und Bielefeld (21) verschwanden die Inserate besonders schnell wieder von der Immoscout-Seite, was ein Indiz für einen schnellen Verkauf und eine hohe Nachfrage ist. Die Untersuchung zeigt auch, dass vor allem in Mittel- und Universitätsstädten das Interesse von potentiellen Käufern groß zu sein scheint. Dies mag damit zusammenhängen, dass gerade in den Metropolen die Immobilienpreise durch die Decke gegangen sind, der Markt zudem weitgehend leergefegt ist.

In ländlichen Regionen ist Geduld gefragt

Während in den besagten Mittelstädten offenbar in nicht einmal drei Wochen ein Käufer für eine Wohnung beziehungsweise ein Haus gefunden ist, müssen sich Verkäufer in ländlichen Regionen offenbar länger gedulden. So dauerte es im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter durchschnittlich 96 Tage, bis Immobilien-Anzeigen aus dem Netz genommen wurden. In Schwerin (97) sowie den Landkreisen Forchheim (99), Nordwestmecklenburg (103) sowie Cloppenburg (107) blieben die Immobilienanzeigen noch länger online.

Während Verkäufer von den steigenden Immobilienpreisen profitieren, wirken sich diese für viele Menschen negativ aus – sie können sich ein Eigenheim schlicht nicht mehr leisten. Vor allem jüngere Menschen schaffen es – ohne Hilfe von außen, in Form von Erbschaften, Privatkrediten etc. – häufig nicht mehr, eine Immobilie zu erwerben, wie unlängst eine Studie im Auftrag der Interhyp Gruppe zeigte. „Die positiven Zinseffekte wiegen für viele Menschen die Preissteigerungen nicht mehr auf", erklärte Interhyp-Chef Jörg Utrecht. Neben den steigenden Immobilienpreisen stellen dabei vor allem die Kaufnebenkosten, also Immobilienmaklergebühr, Grunderwerbsteuer und Notarkosten, ein Problem dar. Sie müssen meist mit Eigenkapital bestritten werden – und genau das fehlt vielen jungen Kaufinteressenten.