ESG: Die größere Herausforderung für die Altersvorsorge als der Niedrigzins?

Gastkommentar Investmentfonds von Martin Stenger

Eine Ende der Pandemie ist momentan absehbar – schon ist zu sehen, dass das Thema Nachhaltigkeit wieder in den öffentlichen Fokus rückt. Jeder Berater muss sich nun entscheiden: Geht er beim Thema voran oder dackelt er nur hinterher? Ein Kommentar von Martin Stenger, Sales Director Business Development Insurance & Retirement Solutions bei Franklin Templeton.

Martin Stenger, Bild: Franklin Templeton

Martin Stenger ist Sales Director Business Development Insurance & Retirement Solutions bei Franklin Templeton

Wir als Investmenthaus können feststellen, dass der Regulator bei der Umsetzung von ESG in neuen Produkten sehr genau hinschaut. Selbst Cashpositionen und Risikosteuerungen durch sogenannten Risk Overlay werden hier mit bewertet.

Welches Produkt wähle ich nun ab Mitte nächsten Jahres aus, wenn die Pflicht zur Nachfrage beim Kunden in der Beratung kommt? Gilt dies nur fürs Neugeschäft oder muss ich dann auch eine Anfrage eines Kunden aus dem Bestand „nachhaltig“ beantworten?

Die Transparenzverordnung kennt keine Unterscheidung zwischen Fonds, Fondssparplan oder beispielsweise einer Fondspolice. Die Anforderungen sind immer die gleichen nach der TVO! Die Verordnung kennt nur Finanzprodukte.

Nach einer Umfrage einer Beratungsfirma sind die Kunden jetzt schon gewillt bei gleichem Leistungsniveau in ein nachhaltiges Produkt zu wechseln!

Demnach gilt es für jeden Teilnehmer in der Finanzbranche, egal ob auf Produkt- oder auf Beraterseite, sich zu entscheiden, ob man Vorreiter sein möchte oder dieser Entwicklung als eine Art Trendfolger hinterherlaufen will. Gerade in der jetzigen Phase, wo in Deutschland ein Ende der Pandemie absehbar ist, sehen wir, wie – angetrieben durch die politischen und ökonomischen Debatten – das Thema Nachhaltigkeit wieder ganz stark in unser aller Bewusstsein vorgerückt ist.

Sie und ich wollen mehr Nachhaltigkeit! Wir als Branche sind also einmal mehr aufgefordert das neue “Normal” in der Beratung – ESG- und TVO-Konformität – voll und ganz zu verstehen und anzuwenden.