CDU-Wahlprogramm: Altersvorsorge ohne Abschlusskosten

Florian Burghardt Martin Thaler Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Pflege  

Interessant sind die Pläne im Bereich der Pflegefinanzierung. So spricht sich die CDU für die Einführung einer betrieblichen Pflegeversicherung aus, die für die Arbeitnehmer verpflichtend sein soll, es sei denn sie widersprechen via Opt-Out-Möglichkeit. Einen entsprechenden Vorschlag hatte im vergangenen Herbst bereits der Wirtschaftsflügel der Partei unterbreitet. Während das Wahlprogramm nicht weiter ins Detail geht, wird das Konzept im damaligen Beschluss der Mittelstands- und Wirtschaftsunion weiter ausgeführt: So sollen die Kosten für die Zusatzversicherungen dabei vom Arbeitgeber bezuschusst, aber auch vollständig übernommen werden können. Die Beitragshöhe soll sich dabei nach dem Alter bei Versicherungsabschluss richten – eine Gesundheitsprüfung soll nicht stattfinden, Familienangehörige sollen mitversichert werden können.  

Neben der betrieblichen Pflegeversicherung setzt die CDU darüber hinaus weiter auf Eigeninitiative. So sollen durch staatliche Zulagen weitere Anreize für die Menschen geschaffen werden, die private Pflegevorsorge weiter auszubauen. Ob die staatlichen Zulagen für den sogenannten Pflege-Bahr, der bislang deutlich hinter den in ihn gesteckten Erwartungen zurückbleibt, ausgebaut oder anderweitig reformiert werden sollen, geht aus dem Programmentwurf jedoch nicht hervor.  

Zudem soll der Pflegevorsorgefonds bis 2050 verlängert werden: Auf diese Weise erhofft sich die Partei, weitere zu erwartende Beitragssteigerungen in der Pflegeversicherung zu verhindern, zumindest aber abfedern zu können.    

Wohneigentum  

Angesichts der steigenden Immobilienpreise wird es für immer mehr Menschen unmöglich, sich ohne Hilfe den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können. Dieses Problem adressiert die CDU nun auch in ihrem Programmentwurf und fordert: „Man soll in Deutschland nicht zu den Großverdienern gehören müssen, wenn man sich ein Haus kaufen oder bauen will.“ Hierzu will man gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau Instrumente entwickeln, wie beispielsweise zinsgünstige Darlehen, Zinsverbilligungen oder Tilgungszuschüsse für Familien und für spezielle Verwendungszwecke, unter anderem die energetische Sanierung der Wohnung bzw. des Hauses.    

Das Baukindergeld, mit dem der Staat den Eigenheimerwerb von Familien mit Kindern fördern wollte, soll verlängert und weiterentwickelt werden.  Geplant ist hier unter anderem, die Zuschussbeträge ab dem dritten Kind zu erhöhen – bislang wird für jedes Kind ein Zuschuss von insgesamt 12.000 Euro vom Staat gezahlt.  

Beim Thema Grunderwerbssteuer scheint sich die CDU am Beispiel Großbritannien orientieren zu wollen: So soll den Bundesländern ermöglicht werden, einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer zu gewähren. Dieser soll beim erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum gelten und pro Erwachsenem 250.000 Euro betragen – pro Kind soll dieser um jeweils 100.000 Euro erweitert werden.

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