BU-Schutz: Deutsche wollen mehr Aufklärung

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Wie man sich am besten gegen einen Ausfall des laufenden Einkommens absichert, ist der Mehrheit der Deutschen nicht bekannt. Vor allem jüngere Menschen wünschen sich laut einer aktuellen Studie mehr Informationen zu dem Thema.

Unfall Bild: Adobe Stock/cirquedesprit

Welcher Versicherungsschutz für den Ausfall des eigenen Einkommens am sinnvollsten ist, wissen nur wenige Deutsche. Der Beratungsbedarf ist groß. Bild: Adobe Stock/cirquedesprit

Dread-Disease, BU oder eine Grundfähigkeitsversicherung? Die Unwissenheit, wie sich ein Ausfall des laufenden Einkommens am besten absichern lässt, ist in Deutschland weit verbreitet: Mehr als drei Viertel der Bevölkerung haben „wenig“ oder „keine Ahnung“ davon. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Nürnberger, bei der 2070 Menschen ab 18 Jahren zum Thema Einkommensschutz befragt wurden. Vier von zehn Teilnehmern gaben dabei an, sich mehr Aufklärung zu wünschen.  

Generation Y verdrängt das BU-Risiko

Zwar sei sich laut Nürnberger Leben-Vorstand Harald Rosenberger die Generation Y des Risikos bewusst, berufsunfähig zu werden, allerdings würde sie dies verdrängen. „Transparente und gut verständliche Produkte“ seien von den Versicherern daher gefordert. Insgesamt waren gerade einmal 25 Prozent der Interviewten über „einschlägige Versicherungsprodukte“ informiert, der Anteil der „sehr Informierten“ fiel mit fünf Prozent gering aus. Dabei spielte es für den Aufklärungsstatus keine Rolle, welchen Schulabschluss die Studienteilnehmer hatten – die Unwissenheit zu den Versicherungsmöglichkeiten zog sich durch alle Bevölkerungsschichten.  

Für Berater ist besonders folgender Punkt der Studie interessant: 81 Prozent der Befragten nannten die Lebensversicherung als eine Möglichkeit zur Absicherung des Einkommens, 80 Prozent hielten eine Unfallversicherung für richtig und 79 Prozent gaben an, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung schütze. „Hier wird das Defizit offensichtlich“, erklärt Rosenberger. Denn: „Weder die Lebens- noch die Unfallversicherung schützt vor einem Ausfall des laufenden Einkommens. Das machen nur die Berufsunfähigkeitstarife.“ 

Alternative Versicherungsprodukte fast gänzlich unbekannt

Andere Produkte, die gerne als Alternative zur BU-Versicherung angepriesen werden, sind offenbar gänzlich unbekannt: Lediglich sieben Prozent der Befragungsteilnehmer war die Grundfähigkeits-Versicherung ein Begriff, nur vier Prozent nannten die Dread-Disease-Absicherung als Option.  

Der eigene unzureichende Kenntnisstand war den Interviewten bewusst: 40 Prozent gaben an, sich mehr Informationen zum Einkommensschutz zu wünschen. Dabei fiel auf: Je jünger die Interviewten, desto mehr Aufklärung forderten sie. In der Altersklasse zwischen 18 und 29 Jahren ist der Beratungsbedarf besonders offensichtlich – 59 Prozent wollten mehr Informationen zu dem Thema.    

Dabei verorteten die Befragten als Hauptursache für den Ausfall des Einkommens Erkrankungen der Psyche, beispielsweise Burn?out, danach folgten Erkrankungen des Bewegungsapparats sowie Unfälle. „Und tatsächlich ist es in der Praxis auch so, dass Störungen der Psyche und des Verhaltens der häufigste Grund für eine Erwerbsunfähigkeit sind“, macht Nürnberger Leben-Vorstand Rosenberger deutlich. Die anderen Risiken würden jedoch überschätzt. Nur knapp jeder siebte Versicherte wird durch Erkrankungen des Bewegungsapparats berufs- oder erwerbsunfähig, bei jedem Zehnten sind Unfälle dafür verantwortlich.