BU-Analyse: Bei diesen Krankheiten ist die Anerkennungsquote am höchsten

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Das Hannoveraner Analysehaus Franke & Bornberg hat abermals sieben Versicherer auf ihre Leistungspraxis in der BU-Versicherung untersucht. Deutliche Auswirkungen auf die Anerkennungs- bzw. Ablehnungsquote hat dabei die für die Berufsunfähigkeit verantwortliche Krankheit.

Erkrankung Bild: Pixabay/stevepb

Während bei manchen Erkrankungen nahezu jeder Leistungsantrag bewilligt wird, fällt die Anerkennungsquote bei anderen Gebrechen deutlich niedriger aus. Bild: Pixabay/stevepb

Auch wenn Verbraucherschützer und Versicherungsvermittler im Gleichklang Verbrauchern dazu raten, ihre Arbeitskraft abzusichern, besitzt laut Statistischem Bundesamt nur jeder dritte Haushalt in Deutschland eine BU-Versicherung.  

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Für viele Berufsgruppen ist eine entsprechende Absicherung kaum erschwinglich, oftmals ist aber auch die Skepsis bei den Versicherungsnehmern groß, dass die Versicherung im Leistungsfall auch zahlt. Filme wie der ARD-Streifen „Verunsichert“ zeichnen ein wenig vorteilhaftes Bild der Branche, die sich um Zahlungen mit allen Tricks und Mitteln windet, und verstärken auf diese Weise bestehende Vorurteile.  

Sieben Versicherer stellen sich Untersuchung

Ob diese Vorurteile eine gewisse Substanz haben, hat nun erneut das Hannoveraner Analsyehaus Franke & Bornberg im Rahmen seiner sechsten BU-Leistungspraxisstudie untersucht und dabei insgesamt sieben Versicherer – einen mehr als im Vorjahr – mit einem Gesamtbestand von 7,1 Millionen BU-Versicherten unter die Lupe genommen.  

Die Studie kommt dabei zum Ergebnis, dass die Versicherer mitnichten einen Großteil der Leistungsanträge ablehnen. Im Gegenteil: Insgesamt kamen die Versicherer auf eine Anerkennungsquote von über 80 Prozent. Kommt es doch zur Ablehnung, war in knapp 60 Prozent der laut AVB notwendige BU-Grad von 50 Prozent nicht erreicht – bei psychischen Erkrankungen war der zu geringe BU-Grad gar für 68 Prozent der Ablehnungen verantwortlich.  

Anfechtungen und Rücktritte – auf die in den Medien besonders gerne verwiesen wird – waren hingegen rückläufig. Statt für 25 Prozent wie im vergangenen Jahr waren sie in diesem Jahr nur noch für 20 Prozent der Ablehnungen maßgeblich – häufig, weil die Versicherungsnehmer ihre vorvertraglichen Anzeigepflichten verletzt hatten. Überproportional hoch ist hier die Quote bei den jungen Erwachsenen (bis 35 Jahre): Fast die Hälfte aller Ablehnungen wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflichten entfiel auf diese Altersgruppe.  

Maßgeblich für die Ablehnungsquote ist auch die für die Berufsunfähigkeit ursächliche Krankheit. Wenn die Versicherungsnehmer an Krebs erkrankt sind, zahlt die Versicherung in der Regel fast immer: 93,67 Prozent der Anträge wurden hier bewilligt. Wesentlich schwieriger scheint die Situation bei psychischen Krankheiten und Verhaltensstörungen zu sein: „Lediglich“ 71,17 Prozent der Leistungsanträge wurden hier von den Versicherern positiv entschieden. Hauptablehnungsgrund war hierbei, dass der notwendige BU-Grad nicht erreicht worden ist.  

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