bAV: Von Zukunftsperspektiven und Mehrwerten

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Wie die betriebliche Altersversorgung trotz Corona-Krise wieder anziehen kann, wurde auf einem HDI-Expertenforum deutlich. Dabei wurden allgemeine Zukunftschancen ebenso behandelt wie konkrete Mehrwerte im bAV-Vertrieb für Arbeitgeber und Makler.

Die Tarife bei der Geringverdienerförderung sind ungezillmert und damit für Arbeitnehmer besonders attraktiv, dennoch zahlt HDI eine Vergütung, sagt bAV-Chef Fabian von Löbbecke. Bild: HDI/Christian Daitche

Die Tarife bei der Geringverdienerförderung sind ungezillmert und damit für Arbeitnehmer besonders attraktiv, dennoch zahlt HDI eine Vergütung, sagt bAV-Chef Fabian von Löbbecke. Bild: HDI/Christian Daitche

Das Geschäft mit der bAV zieht wieder merklich an und könnte zu einem Nachholeffekt beim Neugeschäft ansetzen. Dies wurde am dem virtuellen HDI-Expertenforum vergangene Woche deutlich, das traditionell dem Maklerpublikum gilt. Dazu will HDI Leben trotz der für 2022 beschlossenen Absenkung des Höchstrechnungszinses auf 0,25 Prozent noch das gesamte Jahr 2021 weiterhin eine 100-Prozent-Beitragsgarantie anbieten. „Wir denken, dass diese Entscheidung vom Markt goutiert wird und wir Wachstumsimpulse erwarten können“, erklärt Talanx-bAV-Vorstand Fabian von Löbbecke.

2022 wird sich der Versicherer jedoch auch aus der Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) zurückziehen, auch bei Tarifen der neuen Klassik. Diese sei schlicht und einfach mathematisch nicht mehr darstellbar. Vor einer solchen Entwicklung hatten in der Vergangenheit bereits die Aktuare vom Institut der versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung gewarnt: Sollte parallel zur Absenkung des Höchstrechnungszinses von 0,9 auf 0,25 Prozent nicht auch die 100-Prozent-Bruttobeitragsgarantie flexibilisiert werden, drohe der BZML das Aus – gleiches gelte auch für die Riester-Rente, so Löbbecke.

Gesetzgeber muss Mindestgarantie bei BoLZ klären

Reduzierte Garantien seien alternativlos, doch aktuell gebe es Grenzen im Arbeitsrecht, sagt Löbbecke. Die beitragsorientierte Leistungszusage (BoLZ) biete die Chance, die Garantien auf 80 bis 90 Prozent zu senken, einige Häuser hielten auch 50 Prozent für machbar. „Wir halten 80 Prozent für arbeitsrechtlich gut begründbar“, betont Löbbecke, sieht jedoch noch Klärungsbedarf beim Gesetzgeber. Die Aussage „Beiträge in Anwartschaft umwandeln“ (Paragraf 1 Absatz 2 Nr. 1 BetrAVG) sei noch vom Gesetzgeber zu präzisieren in Sachen Mindestgarantie.

Dennoch biete das BRSG zahlreiche Vertriebschancen, die Talanx über den HDI mit maklerorientierten Lösungen unterstützt. So habe man gerade eine „Info-Box Geringverdienerförderung“ aufgelegt. Der Clou für den AG-Zuschuss bei Geringverdienern: Die Tarife sind ungezillmert und damit für Arbeitnehmer besonders attraktiv, dennoch zahlt HDI eine einmalige Abschlusscourtage sowie laufende Vergütung. „15 Prozent hohe AG-Pflichtzuschüsse aus einer Entgeltumwandlung werden vom Gesetzgeber nicht gefördert, sondern ausschließlich neue AG-Leistungen (nach Paragraf 100 EStG)“, erinnert Löbbecke.

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