2 Insurtech-Unternehmen veröffentlichen Kundenzahlen

Martin Thaler Digital Versicherungen

Die Pleiten von Getsurance und Joonko im vergangenen Jahr schüttelten die deutsche Insurtech-Landschaft 2020 durch. Andere Unternehmen vermelden hingegen hohe Wachstumszahlen bei ihren Kunden und formulieren ehrgeizige Ziele.

Kunden Bild: Pixabay/Mediamodifier

Zwei deutsche Insurtech-Unternehmen haben nun aktuelle Kundenzahlen bekannt gegeben. Bild: Pixabay/Mediamodifier

Die Pläne des Heidelberger Insurtech-Unternehmens Getsafe sind – wie bei Startups allgemein üblich – ambitioniert. Man wolle zu einem der führenden Digitalversicherer werden, ließ das Unternehmen, das 2015 noch als Online-Makler gestartet war, verkünden. Vom Maklergeschäft hat sich Getsafe mittlerweile getrennt (2018 an Verivox verkauft), seitdem agieren die Heidelberger als Assekuradeur, planen aber den Schritt zum Vollversicherer. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine entsprechende Lizenz bei der Bafin beantragt.  

Doch auch ohne Versicherer-Lizenz scheint das Geschäft gut zu laufen. In dieser Woche verkündete das Unternehmen, in Deutschland mittlerweile die 200.000-Kunden-Schwelle übersprungen zu haben. In Großbritannien, wo man seit 2020 mit Hiscox als Risikoträger Hausratversicherungen anbietet, hat Getsafe mittlerweile über 10.000 Kunden.  

Seine Zielgruppe sieht Getsafe dabei vorwiegend unter jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren, die bislang in der Regel keine Versicherungen abgeschlossen haben. Von diesen hat rund ein Viertel mehr als eine Versicherung bei den Heidelbergern abgeschlossen, so dass Getsafe insgesamt über 250.000 Policen im Bestand hat.  

Clark vermeldet 350.000 Kunden

Aktuelle Kundenzahlen verbreitete diese Woche auch ein weiteres deutsches Insurtech-Unternehmen. Der Frankfurter Online-Makler Clark kommt laut eigenen Angaben mittlerweile auf 350.000 Kunden – bis Jahresende sollen es 500.000 werden. Ermöglicht werden soll dieses Ziel auch durch eine zur Jahreswende abgeschlossene Finanzierungsrunde, als die Frankfurter von Investoren – unter ihnen das chinesische Internetunternehmen Tencent – insgesamt 69 Millionen Euro einsammelten. Diese sollen unter anderem in die weitere Kundenakquise investiert werden.  

Auch Clark hat mittlerweile den Sprung ins Ausland gewagt – im vergangenen Jahr starteten die Frankfurter in Österreich. Hier werden, eigenen Angaben zufolge, mittlerweile 10.000 Kunden betreut. Clark selbst bezeichnet dies als „erfolgreichen Marktstart“. In Zukunft soll zudem die Expansion in weitere Länder folgen.