Zurich sichert 16.000 Vodafone-Mitarbeiter ab

Stefan Terliesner Versicherungen Top News

Der Versicherer setzte sich in einer Ausschreibung gegen knapp 50 Konkurrenten durch. Der Gruppenversicherungsvertrag beinhaltet eine Todesfall- sowie eine Invaliditätsabsicherung.

Vodafone Bild: Adobe Stock/Jackie Davies

Die 16.000 Mitarbeiter von Vodafone in Deutschland werden in Zukunft über die Zurich abgesichert. Bild: Adobe Stock/Jackie Davies

Zurich übernimmt exklusiv die Absicherung von rund 16.000 Vodafone-Mitarbeitern in Deutschland – und pflanzt ebenso viele Bäume im Rahmen seines Wiederaufforstungsprojekts in Brasilien. Wie der Versicherer heute in einer Presseinformation mitteilte, hat sich der Kommunikationskonzern im Rahmen einer Ausschreibung für das Gruppenrisikoabsicherungspaket von Zurich entschieden.

„Novum in Deutschland“

Im Paket enthalten sei das Produkt Team mit einer arbeitgeberfinanzierten Todesfall- und Invaliditätsabsicherung ohne Gesundheitsprüfung. Zudem erhielten ausscheidende Vodafone-Mitarbeiter eine private Fortführungsoption, welche speziell für Vodafone entwickelt worden sei.

„Damit kann eine selbständige Berufsunfähigkeitspolice ohne Gesundheitsprüfung bis zur Höhe der bestehenden Absicherung abgeschlossen werden. Der Abschluss muss innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden aus dem Vodafone-Konzern erfolgen“, ergänzte Danny Steiner, Distribution & Customer Relationship Manager bei Zurich auf Anfrage. Weiter betonte er: „Die Fortführungsoption ist ein Novum in Deutschland.“ Eigenen Angaben zufolge hat Zurich sich mit der kundenindividuellen Produktgestaltung gegen 48 Wettbewerber durchgesetzt.

Auf Anfrage von procontra erläutert Stefan Prey, Head of Pension & Asset Management bei Vodafone, den ausschlaggebenden Punkt: „Wir wollten keine Direktversicherung, egal ob arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanziert.“ Als Grund nannte er zum Beispiel steuerliche Beschränkungen, die aus § 3 Nr. 63 EstG-Förderung resultierten. Tatsächlich erfolgt hier der Aufbau der betrieblichen Altersvorsorge innerhalb der Fördergrenzen aus unversteuertem Einkommen. Die Versteuerung der Leistungen geschieht dann jedoch nach § 22 Satz 1 Nr. 5 EStG, das heißt volle Besteuerung, nicht nur mit dem Ertragsanteil.

Trumpfkarte: Internationalität

Um dieses zu umgehen, habe Vodafone das Konstrukt Direktzusage mit Rückdeckung gewählt. Prey weiter: „Die von Vodafone den Mitarbeitenden gegebene Direktzusage für das Todes- und Invaliditätsrisiko wird über die Zurich Eurolife S.A. in Luxemburg rückversichert und über das Zurich Global Employee Benefits Solutions Team in der Schweiz an die Vodafone Eigenversicherung/Captive geleitet. Letztere wurde dafür extra neu aufgesetzt.“

Insgesamt habe Zurich seine grenzüberschreitende Stärke ausgespielt. „Dafür brauchten wir einen Versicherer, der über den deutschen Markt hinausschauen will und das dann auch tut“, so Prey. Zurich gehört zu den größeren Industrieversicherern.

Der Ausbau strategischer Partnerschaften ist das erklärte Ziel von Carsten Schildknecht, seit Februar 2018 Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland. Im vergangenen Jahr schnitt Zurich in der Schaden- und Unfallversicherung bei den Beitragseinnahmen besser ab als er Branchendurchschnitt und legte um 7,7 Prozent zu. Wie procontra im März berichtete, sanken jedoch in der nach wie vor größten Sparte Lebensversicherungen die Beitragseinnahmen um 9,9 Prozent.

Der Versicherer begründete das mit wegfallendem Einmalbeitragsgeschäft. Viel Potenzial für künftiges Wachstum verspricht sich Zurich aus der jüngst bis 2032 verlängerten Vertriebskooperation mit der Deutschen Bank. Sie wird in zwei Jahren auch auf die Postbank ausgeweitet. Das schaffe den Zugang zu 19 Millionen Privatkunden.