Wohngebäudeschutz bei Check24: „Wollen Tarifauswahl nicht einschränken!“

Versicherungen Berater von Uwe Schmidt-Kasparek

Vergleichsportale müssen ökonomisch aufgestellt sein und zielen daher auch in der Wohngebäudeversicherung auf Standardschutz. Bei Problemen wird es oft eng für die Kunden. So lautet der Vorwurf, mit dem procontra Check24 konfrontierte.

Check24: Wohngebäudeversicherung Bild: Check24 Adobe Stock/ nmann77

Nach Erkenntnis von André Boudon, Geschäftsführer von Check24 Vergleichsportal für Sachversicherungen GmbH, sind Hausbesitzer mit Vorschäden immer noch eine Ausnahme. Bild: Check24

Hausbesitzer mit Vorschäden haben es schwer, eine Versicherung für ihr Eigenheim zu finden. Meist führt ihr erster Weg zu den Online-Vergleichsportalen, bei denen sie jedoch nach Einschätzung von Praktikern überwiegend Schiffbruch erleiden. procontra sprach darum mit André Boudon, Geschäftsführer Wohngebäudeversicherung bei Check24, der die Vorwürfe zurückweist.

procontra: Warum wird die Angabe von Schäden in der Wohngebäudeversicherung nicht in der ersten Eingabemaske abgefragt?

André Boudon: Wir wollen dem Kunden ermöglichen, möglichst schnell erste Ergebnisse zu seinen Eingaben zu sehen. Wir gehen außerdem davon aus, dass der Großteil der Kunden über eine schadenfreie Vorversicherung verfügt. Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungswerten. Hat sich der Kunde für einen Tarif entschieden, fragen wir im Antragsprozess natürlich die Vorschäden inklusiv Schadenart, Jahr und Schadenhöhe entsprechend ab.

procontra: Sie arbeiten mit Voreinstellungen, wie Selbstbeteiligung oder jährliche Zahlung. Doch Vollschutz bei grober Fahrlässigkeit ist nicht implementiert. Laien können dieses Kriterium kaum beurteilen und geraten in die Gefahr, einen mageren Tarif abzuschließen. Ist das nicht ein Beratungsdefizit?

André Boudon: Das sehe ich nicht so. Wir haben zunächst den Anspruch dem Kunden die Tarif-Auswahl für Wohngebäudeversicherungen möglichst komplett darzustellen. Sie haben allerdings Recht: Die grobe Fahrlässigkeit ist ein wichtiges Tarifmerkmal. Tarife, die dieses Merkmal nicht aufweisen, bekommen eine schlechtere Tarifnote und werden in unserem Vergleich auch nicht empfohlen als Preis-Leistungs- oder Leistungs-Empfehlung. Zusätzlich heben wir solche Leistungsdefizite in der Darstellung der Tarife deutlich hervor.

procontra: Auch die Auswahl nach der „Stiftung Warentest“ ist nicht voreingestellt. Welchen Grund haben sie hier?

André Boudon: Diese Voreinstellung würde die Tarif-Auswahl sehr einschränken. Wenn dem Kunden das Urteil von „Stiftung Warentest“ wichtig ist, kann er sich per Klick ausschließlich Tarife anzeigen lassen, die im Test ein „sehr gut“ erhalten haben. „Stiftung Warentest“ berücksichtigt allerdings in seinen Tests nicht alle verfügbaren Tarife für Wohngebäudeversicherungen. Die voreingestellte Auswahl nach „Stiftung Warentest“ würde beispielsweise dafür sorgen, dass leistungsstarke und eigenständige Tarife von Assekuradeuren, wie z.B. Asspario, Domcura oder die K&M nicht angezeigt werden.