Umsatzsteuerreform: Chance und Risiko zugleich

Martin Thaler Berater Versicherungen

Die EU-Kommission überarbeitet das bestehende Umsatzsteuersystem. Diese Reform könnte auch Auswirkungen auf die Finanzdienstleistungsbranche haben, warnt der Vermittlerverband AfW und präsentiert eigene Vorschläge.

Norman Wirth Bild: AfW

Sieht in der geplanten Umsatzsteuerreform Chance und Risiko zugleich: AfW-Vorstand Norman Wirth Bild: AfW

Für Finanzdienstleistungen und Versicherungen gibt es seit rund 50 Jahren weitgehende Umsatzsteuerbefreiungen. Diese sieht der Vermittlerverband AfW allerdings in Gefahr: Grund hierfür sind Überlegungen der EU-Kommission, das bestehende System zu überarbeiten.  

„Die bisherigen Steuerbefreiungen müssen mindestens im bisherigen Umfang erhalten bleiben“, fordert der AfW, der im Rahmen eines Konsultationsverfahrens weitere Forderungen formuliert hat. So macht sich der Verband unter anderem für eine Vereinfachung des bestehenden Systems in Form einer Steuerbefreiung mit gleichzeitigem Vorsteuerabzug stark.  

Erster Entwurf schon Ende des Jahres möglich

Um Abgrenzungsprobleme zu vermeiden, sollte auch die Beratung zu den Produkten der Finanzdienstleistung sowie die Verwaltung von Finanz- und Versicherungsprodukten steuerfrei gestellt werden.  

Weitere Forderungen beinhalten, dass Fälle, in denen sich die Unternehmen die Kosten teilen, nicht zur einer Umsatzsteuerbelastung führen dürfen. Zudem soll die die umsatzsteuerliche Organschaft (Umsatzsteuergruppe), welche die Umsatzsteuer zwischen den einzelnen Gesellschaften eliminiert, auch länderübergreifend möglich sein.  

Ein erster Änderungsentwurf könnte bereits gegen Ende des Jahres vorgelegt werden. „Es gibt Chancen für Verbesserungen, aber genauso besteht die Gefahr, dass die Vorschriften verschärft werden und was heute steuerfrei ist, morgen steuerpflichtig werden könnte“, sieht AfW-Vorstand Norman Wirth Chancen und Risiken zugleich im Reformbestreben der EU-Kommission.