Schaden/Unfall: Wie sich die Pandemie auf das Geschäft auswirkt

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Die Schaden-/Unfall-Versicherung hat trotz Corona-Krise unterm Strich sogar zugelegt. In der Kfz-Versicherung sind sinkende Beiträge denkbar. Wie das Vertriebspotenzial in den einzelnen Sparten aussieht, prognostiziert die Ratingagentur Assekurata.

Die Profitabilität der Schaden- und Unfallversicherung hat sich im ersten Corona-Jahr im Vergleich zum Mehrjahresdurchschnitt deutlich verbessert, sagt Dennis Wittkamp, SHUKR-Experte bei Assekurata Bild: Assekurata

Die Profitabilität der Schaden- und Unfallversicherung hat sich im ersten Corona-Jahr im Vergleich zum Mehrjahresdurchschnitt deutlich verbessert, sagt Dennis Wittkamp, SHUKR-Experte bei Assekurata Bild: Assekurata

Seit dem Jahr 2010 hat sich die Schaden- und Unfallversicherung (samt Rechtsschutz auch SHUKR abgekürzt) aus Sicht der Anbieter prächtig entwickelt und wuchs um 3,1 Prozentpunkte an den gesamten Erstversicherungsbeiträgen. Der positive Trend setzte sich trotz Pandemie 2020 weiter fort. Die Sparte konnte nicht nur weiterwachsen, sondern trotz der Pandemie auch die Profitabilität steigern, teilte die Rating-Agentur Assekurata heute in einer Web-Pressekonferenz zum „Marktausblick Schaden-/Unfallversicherung 2021/2022“ mit.

Die Einnahmen stiegen 2020 mit 2,1 Prozent etwas weniger stark als im Mittel der vergangenen zehn Jahre (2,9 Prozent). Für 2021 wird eine Steigerung knapp oberhalb von 2,1 Prozent erwartet. Gleichzeitig gingen die Versicherungsleistungen deutlich von 53,3 Milliarden Euro auf 52 Milliarden Euro zurück. Folgerichtig sank auch die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von 92,8 auf rund 90 Prozent. „Das ist gerade im Vergleich zum Mehrjahresdurchschnitt 2010 bis 2020, der bei 95,7 Prozent liegt, ein sehr guter Wert“, sagt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden-/Unfallversicherung bei Assekurata und Autor der Untersuchung.

Weniger Schäden könnten Kfz-Policen billiger machen

Pandemiebedingt verringerte sich die Mobilität und führte 2020 zu einem deutlichen Rückgang von Verkehrs-, Sport- und Freizeitunfällen. Zusätzlich haben vergleichsweise geringe Elementarschäden dazu beigetragen, dass der versicherungstechnische Gewinn deutlich von 5,2 auf 7,4 Milliarden Euro angestiegen ist. „In der Kfz-Versicherung eröffnet die Schadenentwicklung wieder Raum für marktweite Beitragssenkungen, ohne die Profitabilität allzu negativ zu beeinflussen“, schätzt Wittkamp.

Dabei erwiesen sich mit Ausnahme der Unfallversicherung erneut alle Zweige als sogenannte „vitale Ertragsträger“. In diese Rubrik fallen Zweige, die eine Combined Ratio unter 100 Prozent aufweisen und zugleich einen Bestandszuwachs an Verträgen zu verzeichnen haben.

Von geringer Schadenbelastung profitierte nicht nur die Kfz-Versicherung, sondern auch die Hausrat-, Haftpflicht- und Unfallversicherung. „Die pandemiebedingten Rückgänge auf der Schadenseite dürften sich auch 2021 weiter fortsetzen und die Ertragssituation der Branche erneut positiv beeinflussen“, prognostiziert Wittkamp.

Wachstumsaussichten weiter gedämpft

Gleichzeitig sei eine gedämpfte Wachstumsdynamik zu erwarten. So stieg der Zahl der Verträge 2020 nur um 0,9 Prozent an, während es im langjährigen Durchschnitt 1,2 Prozent Plus in der Stückzahl pro Jahr sind – siehe auch Grafik.

Die Schaden- und Unfallversicherer im Schatten der Corona-Pandemie

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